Serie: Das bringt 2016 den Stadtteilen

Schwabing-West: Der Ackermannbogen wird fertig

Mit dem Stadtplatz bekommt der Ackermannbogen nun seine neue „urbane Mitte“: Ende des Jahres ist die Fertigstellung geplant. Simulation: Monsigny Levin/fkn
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Mit dem Stadtplatz bekommt der Ackermannbogen nun seine neue „urbane Mitte“: Ende des Jahres ist die Fertigstellung geplant.

München - Die Bebauung des 39,4 Hektar großen ehemaligen Militärareals zwischen Olympiagelände und Schwabinger Gründerzeitbauten: für die Stadt München ein Jahrzehnte dauerndes Projekt. Heuer wird es endlich fertig.

Geplant in den 1990er Jahren, Spatenstich im Jahr 2000, sieht das ehrgeizige Bauvorhaben in diesem Jahr seiner Vollendung entgegen. Der vierte und letzte Bauabschnitt „Am Ackermannbogen“ soll 2016 fertig werden. Nachdem im Juni 2015 die Grundsteinlegung für die Seniorenresidenz war, sollen Ende dieses Jahres die ersten Bewohner einziehen. Auf dem 6500 Quadratmeter großen Grundstück entsteht gerade ein Haus mit vollstationärer 24-Stunden-Pflege für 121 Personen sowie etwa 15 Tagespflegeplätzen und 20 Appartements für „Betreutes Wohnen“. Im Erdgeschoss eröffnet eine Cafeteria, die auch Besuchern und der Nachbarschaft offensteht. Ein Großteil der Pflegeplätze soll ärmeren, pflegebedürftigen Personen zugute kommen.

Jetzt bekommt das Quartier auch seine Mitte

Mit dem Stadtplatz bekommt das Quartier nun auch seine neue „urbane Mitte“. Basis des 5,6 Millionen teuren Projektes ist der Siegerentwurf des Berliner Landschaftsarchitekten Levin Monsigny. Das 25 000 Quadratmeter große Areal wird sein grünes Gesicht behalten. Von den noch vorhandenen 182 großen Bäumen müssen nur 24 für die Fahrradhauptroute, die Busfurt und den eigentlichen Stadtplatz weichen. Mit einem Wasserspiel als Mittelpunkt bildet er das eigentliche Herz des Geländes. Die Freifläche ist unter anderem für Veranstaltungen und einen Bauernmarkt vorgesehen. Rund 60 Bäume werden neu gepflanzt werden, zum Teil im 1000 Quadratmeter großen Nachbarschaftsgarten östlich der bereits bestehenden Mittelschule an der Elisabeth-Kohn-Straße. Jetzt im Winter soll der Boden von eventuellen Altlasten befreit und Bäume gefällt werden, Ende des Jahres ist die Fertigstellung geplant.

Dann wird auch der Metrobus 59 über den Stadtplatz fahren. Die Parzivalschule in der Ackermannstraße und das Wohnhaus westlich des Zentrums sollen ebenfalls noch 2016 vollendet werden. Einziger Wermutstropfen: Der Stadtrat hat kein zusätzliches Kunstwerk in der neuen „urbanen Mitte“ genehmigt. Hier will der Bezirksausschuss aber hartnäckig bleiben.

Weiter geht's am Kreativquartier

Damit rückt nun ein neues Quartier in den Fokus: das „Kreativquartier“. Zu Schwabing gehört allerdings nur der nordöstliche Teil (das sogenannte „Kreativfeld“), die anderen Teile zu Neuhausen. Auf der Fläche der ehemaligen Luitpoldkaserne und angrenzenden Gebieten zwischen Dachauer-, Loth-, Schwere-Reiter-, Heß- und Infanteriestraße soll ein Viertel entstehen, in dem Wohnen und Arbeiten eng mit Kunst, Kultur und Wissen verknüpft werden.

Das nächste Großprojekt: Die Kliniksanierung

Ein weiteres (Um-)Bauvorhaben wird die Schwabinger mindestens die nächsten fünf Jahre beschäftigen: die Sanierung des Krankenhauses. Das neue Konzept steht; nun kann es mit der ersten großen Baumaßnahme losgehen. Ein Neubau soll künftig Kinderklinik und Notfallzentrum beherbergen. Er ist durch eine Glashalle mit dem alten Frontgebäude verbunden und bildet das Herzstück des neuen Konzepts. Spatenstich für das neue Haus mit einer Nutzfläche von etwa 18.000 Quadratmetern soll im Sommer sein. Zuvor werden die nicht mehr benötigten Gebäude abgerissen, wie auch der städtische Kindergarten, der aber an anderer Stelle neu gebaut wird. 2019 soll das neue Hauptgebäude fertiggestellt sein.

Neue Wohnungen im "Schwabinger Carré"

Gebaut wird auch im Geviert Schleißheimer-, Herzog-, Winzerer- und Clemensstraße. Nachdem der nördliche Teil des sogenannten „Schwabinger Carré“ mit dem Arbeitsgericht bereits saniert ist, baut die Investa Immobiliengruppe nun rund 230 Mietwohnungen entlang der Herzogstraße; der Altbestand wird abgerissen. Der neue Komplex umfasst etwa 110 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen und 120 möblierte Mikro-Appartements. Fertigstellung soll 2018 sein.

Noch in diesem Jahr könnten dagegen die Baustellen in der Schleißheimer Straße verschwinden. Nachdem auf der Höhe des Nordbades die Asphaltdecke saniert ist und die Bäume gepflanzt worden sind, harrt die Straße noch eines beidseitigen Fahrradschutzstreifens zwischen Elisabeth- und Maßmannstraße. Ist dieser installiert, haben Radler und Autofahrer endlich wieder freie Bahn.

Wo im Viertel Flüchtlinge unterkommen

In Sachen Flüchtlings-Unterkünfte wird Schwabing vergleichsweise wenig berührt: Vorerst bleibt es bei den beiden Einrichtungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge an der Hiltenspergerstraße. Die geplante Unterkunft an der Belgradstraße 75 bis 81 ist vom Tisch. Hier baut 2017 das Sozialreferat – lediglich bis dahin könnte das Gelände kurzfristig für Flüchtlinge genutzt werden.

Margot Deny

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