Thema im Bezirksauschuss

Glascontainer rauben Bürgern den Schlaf

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Unterflurcontainer gibt es zum Beispiel schon in der Messestadt Riem. Das Archivbild zeigt, wie gerade ein Container versenkt wird. Links daneben sieht man, dass danach nur noch der Einwurf oberirdisch liegt.

München -Anwohner im Westend sind genervt vom Lärm an den Glascontainern. Der Bezirksausschuss fordert deshalb eine Unterflur-Anlage am Gollierplatz. Die Stadt verweist auf Probleme durch unterirdische Kabel.

Zur späten Nachtstunde scheppert es ordentlich am Gollierplatz. Nicht etwa, weil hier feierlich die Flaschenköpfe rollen, sondern weil Flaschen zu Unzeiten in Glascontainern entsorgt werden. Jetzt haben sich Anwohner zum wiederholten Male beim Bezirksausschuss (BA) über die andauernde Störung ihrer Nachtruhe beschwert.

Das Gremium hat nun einstimmig beschlossen, der Stadt vorzuschlagen, die am Gollierplatz aufgestellten Glascontainer durch Unterflurcontainer zu ersetzen. Aus denen dringt erwiesenermaßen weitaus weniger Lärm.

Bereits 2014 hatte die SPD-Fraktion im BA Unterflurcontainer vorgeschlagen. Damals hieß es vonseiten der Stadt, das sei am Gollierplatz nicht möglich, weil im Untergrund Kabel verlaufen. Diese Begründung leuchtet aber weder den Anwohnern noch dem BA ein: „Der Gollierplatz ist groß genug, um eine geeignete Stelle für Unterflurcontainer zu finden“, bekräftigt Sybille Stöhr (Grüne), Vorsitzende des Bezirksausschusses.

Unterflurcontainer sind wegen der Erdarbeiten viel teurer als die herkömmlichen Sammelcontainer aus Kunststoff. Bis zu 45 000 Euro kann der Bau einer Anlage kosten. Es liegt also nahe, dass die Stadt sich erst einmal für die günstigere überirdische Variante einsetzt.

Die Anwohner am Gollierplatz, von klirrenden Flaschen immer wieder aus dem Schlaf gerissen, haben nun die Nase voll. Sie fordern, dass die Container ganz entfernt werden. „Eine Entfernung kann aber auch nicht die Lösung sein“, betont Florian Kraus (Grüne). „Wir brauchen die Wertstoffcontainer, um die Müllproblematik in den Griff zu bekommen“.

Auch in der nahegelegenen Bergmannstraße gab es ähnliche Beschwerden wegen Ruhestörung. Der BA schlägt vor, deshalb ebenso in der Philipp-Loewenfeld-Straße und am Max-Friedlaender-Bogen den Bau von Unterflurcontainern zu prüfen.

Ruhigere Nachtstunden und eine schönere Ansicht könnten die Bewohner rund um den Gollierplatz dringend gebrauchen. Denn ihre Nerven wurden in letzter Zeit häufiger, nicht nur durch Lärm, strapaziert. Vor allem die Sperrung einiger Kinderspielplätze aufgrund von Rattenbefall verärgert viele Bürger.

Bereits vor zwei Jahren forderte der lokale Bezirksausschuss die Stadtverwaltung auf, sich um die Verunreinigung des Spielplatzes und der öffentlichen Grünanlagen am Gollierplatz zu kümmern. In einer offiziellen Stellungnahme bestätigte das Baureferat 2014 zwar die Verunreinigung am Gollierplatz, „der seit Jahren einen Brennpunkt im Stadtteil darstellt“. Die Behörde sah sich aber nicht in der Lage, die Anlagen häufiger zu kontrollieren. Ob nun nach zwei Jahren und der Schließung einiger Kinderspielplätze konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Sauberkeit getroffen werden, bleibt abzuwarten.

Sophia Bogner

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