An der Fäustlestraße

München: Geburtshaus statt Abtreibungsklinik

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In das Gebäude der ehemaligen Abtreibungsklinik an der Fäustlestraße zieht das Münchner Geburtenhaus ein.

München - Gegensätzlicher geht es kaum: In das Gebäude der ehemaligen Abtreibungsklinik an der Fäustlestraße zieht das Münchner Geburtenhaus ein.

Wie berichtet müssen die Hebammen ihr Domizil an der Nymphenburger Straße verlassen.

Der Umzug war eine schwere Geburt! Denn seit Jahren suchen die Hebammen nach einer neuen Heimat. Der Mietvertrag in Neuhausen lief aus, nachdem der Vermieter Eigenbedarf angemeldet hatte. Alles Suchen brachte nichts. Ende 2014 starteten die Frauen eine Online-Petition. Ihre Forderung: Der Stadtrat sollte helfen. 10 000 Menschen unterschrieben.

Und die Stadt half auch: Zunächst mit dem Angebot, die Hebammen im neu sanierten Klinikum Schwabing unterzubringen. „Doch das war uns zu ungewiss“, sagt Geburtshaus-Geschäftsführerin Susanne Braun (54). Die Hebammen hätten auf die Fertigstellung warten müssen. Aber die Zeit drängte.

Das nächste Angebot: Im Stemmerhof in Sendling waren Räume frei. Doch auch das zerschlug sich. „Wir Hebammen sind von der Umsatzsteuer befreit“, sagt Braun. Daher durfte der Vermieter das Geburtshaus nicht in die Räume lassen.

Die Lösung brachte schließlich der Wäschelieferant. „Der hat uns erzählt, dass die Klinik die Räume im Westend verlassen und sich was Neues gesucht hat“, berichtet Braun. Für die Hebammen ist das neue Heim ideal und größer als bisher. „Dann können wir auch mehr Kurse anbieten, und wir wollen die Geburten steigern.“ Voriges Jahr brachte das neunköpfige Team 220 Babys auf die Welt. Seit der Gründung 1994 mehr als 4000 Kinder.

Der Umzug soll in drei Monaten stattfinden. Bis dahin wird renoviert. Für die Kosten haben die Hebammen Kredite aufnehmen müssen. Die Frauen hoffen daher auf Spenden und die Hilfe der Stadt.

Sascha Karowski

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