Fahrgäste schreiten ein

Rassist bedroht 30-Jährigen: "Ich war Henker in Dachau"

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Der 30-jährige Bayram Yildiz wurde im Bus übel beleidigt und beschimpft.

München - Manchmal muss man nur aufstehen, um viel zu bewegen. Genau das haben am Mittwochabend die Fahrgäste eines MVG-Busses eindrucksvoll bewiesen. Was passiert war?

Ein älterer Mann hatte urplötzlich begonnen, einen ausländisch aussehenden Münchner bösartig zu beschimpfen und zu beleidigen. Was der irre Rassist wohl nicht erwartete: Wenige Momente später stellte sich der gesamte Bus vor den Beschimpften – und warf den Pöbler kurzerhand auf die Straße.

Es ist kurz nach 20 Uhr, als Bayram Yildiz (30) an der Schwanthalerhöhe in den Bus steigt. Der gebürtige Haushamer hat türkische Wurzeln, seine Eltern stammen von dort. Das dunkle Haar scheint einen Fahrgast zu irritieren: „Er fing an, mich böse zu beleidigen“, erzählt Bayram der tz. Die Worte sind unfassbar: „Ich war Henker in Dachau, dein Gesicht merke ich mir, ich erwische dich schon“, ruft der rund 60-jährige Fremde. Und: „Geh dahin zurück, wo du herkommst.“ Bayram ist baff. Kann erst gar nicht reagieren. „Ich wusste nicht, was ich sagen sollte.“ Aber: Das übernehmen für ihn die anderen Fahrgäste – die stehen nämlich fast alle auf. „Und haben den Mann lautstark zurechtgewiesen“, erzählt der bayerische Türke lächelnd. Besonders eine Frau schreit den Fremden regelrecht an, was er sich denn einbilde, was er für einen Blödsinn fasle. Dann stoppt der Busfahrer und greift ein. Er droht dem Rassisten, sofort die Polizei zu rufen, wenn er nicht auf der Stelle den Bus verlasse. Andere klatschen. Der Fremden-Hasser schleicht sich kleinlaut aus dem Fahrzeug. „Es war selbstverständlich, dass ich hier einschreite“, sagt der Busfahrer bescheiden.

Jetzt will Bayram Yildiz, der übrigens als Schauspieler arbeitet und Kinostar Elyas M’Barek gut kennt, Danke sagen: „Ich fand diese ganze Hilfe einfach großartig. Toll, wie die Münchner für mich eingetreten sind. Weil aber alles so schnell ging, hatte ich leider keine Möglichkeit, mich zu bedanken. Das will ich hiermit tun.“ Ja, manchmal muss man nur aufstehen, um viel zu bewegen …

Armin Geier

Armin Geier

Armin Geier

E-Mail:Armin.Geier@tz.de

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