Prozess-Fortsetzung am Montag

Westend-Entführer: Gesteht er vor Gericht?

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Mario S. ist wegen Freiheitsentziehung und erpresserischen Menschenraubs angeklagt.

München - Es ist einer der spektakulärsten Fälle in München: Mario S. soll eine Bankiersgattin aus Ottobrunn entführt haben. Bereits vor einer Woche hätte sich Mario S. (53) vor dem Landgericht verantworten sollen.

Mario S.  ist wegen Freiheitsberaubung und erpresserischen Menschenraus angeklagt, weil er eine Bankiers-Gattin (46) aus Ottobrunn entführt haben soll. Zum Prozessauftakt vergangenen Montag wurde aber nicht mal die Anklageschrift verlesen, weil Verteidiger Adam Ahmed noch Anträge gestellt hatte.Der Prozess wurde auf Montag vertagt und soll nun erst richtig anrollen. Mit einem Geständnis des Westend-Entführers?

Dafür spricht, dass er seine mutmaßliche Tat bereits gegenüber Ermittlern der Kriminalpolizei gestanden hatte. Außerdem hatten Videokameras in der Westendstraße gefilmt, wie er am 10. Juni 2015 die Frau bedroht und im Auto festgehalten hatte.

Es war eine der spektakulärsten Entführung in Bayern: Mit vorgehaltener Pistole soll Mario S. die Bankiers-Gattin (46) in ihrem Haus bedroht und nach München verschleppt. Dort sollte sie in einer vom ihm extra angemieteten Wohnung in der Bergmannstraße kauern, bis das Lösegeld für sie bezahlt wird – insgesamt 2,5 Millionen Euro, die S. in einem Erpresserbrief gefordert haben soll. Im letzten Moment konnte die Frau aber fliehen, als ihr Entführer in der Westendstraße an einem Parkplatz hielt.

16 Tage später klickten für Mario S. die Handschellen. Per internationalem Haftbefehl hatten die Ermittler nach ihm gefahndet und ihn in Thailand schließlich festgenommen, wo der Arbeitslose mit seiner Frau lebte. Die mutmaßliche Entführung soll er über das Internet geplant haben und dafür nach München geflogen sein. Nun drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft. Durch ein Geständnis könnte er die Strafe aber noch abmildern.

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