Zwist zwischen Stadt und Freistaat

Ärger um den Südring: Er wird wohl nicht gebaut

München - Der Südring als Alternative zur Zweiten Stammstrecke scheint wohl gestorben. Angeblich ist die Ursache eine Streitigkeit zwischen Stadt und Freistaat.

Tunnelgegner wie die Grünen und die Freien Wähler im Landtag, aber auch Bürgerinitiativen hatten sich für die Verbindung zwischen Laim und München-Ost zur Umfahrung des Hauptbahnhofs starkgemacht. Derzeit wird der Südring vom Güterverkehr und Personenzügen genutzt, die den Hauptbahnhof in Richtung Rosenheim oder Mühldorf verlassen. Plan der Stammstrecken-Gegner war, den Südring für den S-Bahnverkehr aufzurüsten.

Doch diese Ideen scheinen jetzt vom Tisch, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet und sich dabei auf Unterlagen des Freistaats beruft. Seit Monaten laufen Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Freistaat, wer welchen Teil an der Finanzierung für den Regionalzughalt an der Poccistraße übernehmen soll. Grundsätzlich ist man sich einig, dass ein Stopp dort sinnvoll wäre. Im Detail streiten sich Stadt und Freistaat darüber, ob man den neuen Bahnhof so planen soll, dass er unkompliziert angepasst werden kann, wenn S-Bahnen über den Südring geführt werden müssten. Der Freistaat lehnt das strikt ab und soll sich damit durchgesetzt haben.

Bei den Tunnelgegnern im Landtag und den Fahrgastverbänden löst das nur Kopfschütteln aus. Sie plädieren seit Jahren dafür, die Planungen nicht nur auf die Zweite Stammstrecke zu reduzieren, sondern auch kleinere Maßnahmen anzugehen. Aus CSU-Kreisen höre man, die Verzögerungen des Regionalzughalts an der Poccistraße seien ein Skandal – und die Fraktion von FDP-HUT und Piraten spricht von einem „Schildbürgerstreich“.

Rubriklistenbild: © Haag Klaus

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