Serie: Das bringt das neue Jahr in den Stadtbezirken

Volkstheater & Großmarkt-Pläne: Das bewegt Sendling 2016

Alles neu, alles viel heller: Die Simulation zeigt die geplante künftige Großmarkthalle von innen. fkn

München - Der geplante Neubau der Großmarkthalle beschäftigt die Sendlinger. Es geht dabei allerdings nicht nur um die neue Halle, sondern auch um die Zukunft des Volkstheaters. Die Menschen im Stadtteil wünschen sich, dass es auf dem Markthallen-Areal eine neue Heimat findet.

Seit 1912 steht die Großmarkthalle – der Bauch von München – in Sendling. Doch die alten Gebäude sind nicht mehr zeitgemäß. Damit der Betrieb an diesem Standort wettbewerbsfähig bleibt, soll ein Neubau entstehen. Der Architektenwettbewerb ist bereits abgeschlossen.

Gewonnen hat ihn das Münchner Büro Ackermann Architekten BDA. Sein Entwurf sieht eine 500 Meter lange und 60 bis 80 Meter breite Halle direkt östlich der Thalkirchner Straße vor. Zur Straße hin ist sie verglast. „Jeder kann sehen, was drinnen abläuft“, erklärte Martkhallen-Chef Boris Schwartz im Juli bei der Vorstellung der Pläne. Das bis heute abgeriegelte Gelände öffnet sich damit künftig auch für den Stadtteil: Auf der ursprünglichen Trasse der Thalkirchner Straße ist eine Fuß- und Radwegverbindung vorgesehen. Momentan läuft noch die Vorplanung. Ende 2016 soll der Stadtrat das Projekt genehmigen. Es wird also noch dauern, bis die Bagger anrollen. Vor 2022 werden die Händler nicht umziehen.

Kommt das Volkstheater aufs Markthallen-Areal?

2016 könnte sich entscheiden, ob das Markthallen-Areal zur neuen Heimat für das Volkstheater wird. Bürger und der Bezirksausschuss Sendling haben vergangenes Jahr mit Nachdruck gefordert, dass der Stadtrat sich mit der Standortfrage neu befassen soll. Der ursprüngliche Beschluss von 2014 sieht vor, dass das Theater im Nachbarstadtteil Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt auf dem Viehhof-Gelände gebaut wird. Doch auch dort herrscht Skepsis. Viele Bürger wünschen sich eher mehr Wohnungen auf dem Grundstück. Der Sendlinger BA-Vorsitzende Markus Lutz hat vorgeschlagen, die denkmalgeschützte Halle 1 zum Theater-Entrée zu machen.

Inzwischen haben Bürger eine Online-Petition gestartet, in der genau das gefordert wird. „Dies ist die wirtschaftlich sinnvollere Alternative als ein Neubau auf dem Viehhofgelände“, heißt es unter anderem in der Begründung.

Eine Montessori-Schule fürs Viertel

Auch für den Verein „Montessori für Sendling“ bedeutet der Neubau der Großmarkthalle einen Hoffnungsschimmer. Die Aktion Sonnenschein gibt 2016 ihren Standort an der Reutberger Straße auf. An ihrem Hauptsitz in Hadern erstellt sie derzeit einen Erweiterungsbau. Den Sendlinger Eltern ist das zu weit weg. Sie wollen deshalb eine eigene Montessori-Schule in ihrem Viertel gründen. Die Suche nach Ersatzräumen gestaltete sich schwierig. Der Verein hofft auf einen Neubau auf dem Markthallen-Areal. Im November erhielt er eine gute Nachricht bei der Bürgerversammlung. Vor Herbst 2017 werde die Stadt ihr Grundstück an der Reutberger Straße nicht bebauen, so Bernhard Schuder, Leiter des Immobilienmanagements im Referat für Bildung und Sport. Bis dahin könne der Unterricht dort also weiterlaufen. Das Referat werde die Möglichkeit einer dauerhaften Lösung auf dem Großmarkt-Areal prüfen.

Was passiert mit dem Sendlinger Bunker?

2016 soll die kulturelle Nutzung des Sendlinger Bunkers an der Thalkirchner Straße 158 fortgesetzt werden. Zumindest ist das das erklärte Ziel eines eigens dafür gegründeten Vereins. In diesem Jahr gab es bereits einen Testlauf mit verschiedenen Veranstaltungen und Angeboten. Doch wegen der niedrigen Temperaturen im Winter und weil bei der Einhaltung von Auflagen noch nachgebessert werden muss, liegt der sechseckige Hochbunker nun erst einmal wieder im Dornröschenschlaf. „Kein endgültiges Aus, wir planen in jedem Fall weiterzumachen“, sagt Svenja Hofmann, Vorstandsmitglied des Vereins „Der Sendlinger Bunker“. Im Frühjahr soll es weitergehen.

Sanierung für die Skateanlage

Am Neuhofener Berg wird 2016 die bestehende Skateanlage auf Vordermann gebracht. Die Arbeiten beginnen voraussichtlich im Mai und dauern bis Juli. Jugendliche durften bei den Planungen im Vorfeld mitdiskutieren. Für sie gab es einen zweiteiligen Workshop, bei dem ihre Ideen und Vorschläge gesammelt und diskutiert wurden. Nun entsteht eine Skateanlage, die sowohl für Anfänger als auch Fortgeschrittene attraktiv ist. Verglichen mit den anderen Anlagen in München ist sie ein Unikat: Im Süden befindet sich ein sogenannter Flowstreetbereich mit Elementen wie Mauern, Rampen und Treppen. Im Norden wird eine sogenannte „Bowl“ angeboten. Die Projektkosten belaufen sich auf etwa 400.000 Euro.

Wo im Viertel Flüchtlinge unterkommen

An der Meindlstraße wird derzeit in Modulbauweise eine neue Unterkunft für Flüchtlinge errichtet. Damit werden 120 Plätze für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge geschaffen. Die Eröffnung ist für März 2016 geplant, die Nutzungsdauer zunächst auf drei Jahre beschränkt.

Brigitta Wenninger

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