Senioren fällt das Badevergnügen schwer

Streit um diese Treppe im Südbad

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Wegen dieser Treppe wandte sich Irene Ott an den tz-Bürgeranwalt.

München - Irene Ott aus München, wendet sich an das Team des tz-Bürgeranwalts. Sie beklagt sich über die im Südbad neu installierten Treppen.

Ich gehöre zu den Seniorinnen, die im Münchner Südbad regelmäßig schwimmen. Leider wird mir das in letzter Zeit schwer gemacht. Durch die Renovierung hat das Bad äußerlich zwar gewonnen, aber für uns älteren Mitbürger ist es seither sehr schwer, überhaupt ins Wasser zu kommen. Man hat nämlich die bequeme Treppe ins große Schwimmbecken abgebaut und durch schmale Leitern ersetzt. Mit diesen kommen die Senioren nicht zurecht. Unsere Beschwerden hatten insofern Erfolg, als eine sündteure neue Treppenkonstruktion angeschafft wurde, die zum Becken gefahren, hineingelassen und dann wieder herausgenommen wird. Wenn das jeden Tag der Fall wäre, könnten wir also wieder schwimmen. Aber an den Wochenenden und in den Ferien wird die Treppe nicht ins Wasser gelassen. Dann sitzen wir also im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen. Können Sie uns helfen?

Irene Ott (75), Rentnerin aus München

tz-Bürgeranwalt Dietmar Gaiser und die Seniorin Irene Ott vor dem Südbad in München.

Die Renovierung des Münchner Südbades hat rund sechs Millionen Euro gekostet. Als alles fertig war, stellte sich heraus, dass die älteren Mitbürger und Behinderte nicht mehr in das große Schwimmbecken konnten. Diesen Schildbürgerstreich versuchte man mit der von Irene Ott geschilderten mobilen Treppe zu korrigieren. Aber diese Treppe wird täglich nur bis 15 Uhr und an Wochenenden sowie in den Ferien überhaupt nicht ins Wasser gelassen. Wenn man von mehr als 50 Wochenenden im Jahr und knapp drei Monaten Ferien ausgeht, steht sie also das halbe Jahr im Trockenen.

Die Stadtwerke München argumentieren, die mobile Treppe würde die Schwimmbahnen einschränken. Vor allem Sportler, die in dem Becken trainieren möchten, würden durch die mobile Treppenkonstruktion gestört. Deswegen sei sie nur temporär im Wasser.

Inzwischen sind sowohl die Lokalbaukommission als auch das Planungsreferat eingeschaltet. Beide sind mit der derzeitigen Lösung nicht einverstanden, haben aber dem Städtischen Bäderbetrieb noch einmal Gelegenheit gegeben, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Es soll eine für alle Beteiligten tragbare Dauerlösung gefunden werden. Der Bezirksausschuss drängt inzwischen auf eine schnelle Entscheidung. Ein entsprechender Brief ist am 08.12.2015 an die Bäderverwaltung gegangen.

Der Bürgeranwalt kann Irene Ott also Hoffnung machen, dass eine Lösung in Sicht ist. tz-Leserin Ott: „Ich danke für das Engagement des Bürgeranwaltes und hoffe, dass die Ämter auch so prompt reagieren.“

svs

Susanne Sasse

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