Kein Betreiber für Seecafé in Sicht

Bauwagen-Gastronomie soll Westpark beleben

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Das Seecafé wurde vor drei Jahren abgerissen. Ein Investor für einen Neubau ist nicht zu finden.

München - Der Westpark ist besonders im Sommer ein beliebter Ort für Sportler und Erholungssuchende. Doch was fehlt, ist ein Café für eine gemütliche Pause. Der letzte Bewerber für ein neues Seecafé abgesprungen – nun wird der Ruf nach eine Zwischennutzung im Sommer laut.

Seitdem 2013 das marode Gebäude des Seecafés abgerissen wurde, weil es nicht mehr den Standards entsprach, liegt das Grundstück am Mollsee brach. Nun sei auch der letzte Bewerber für ein neues Café am See abgesprungen, wie das Kommunalreferat dem Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark mitteilte. Um zu verhindern, dass auch in diesem Sommer wieder die Kiesfläche am Nordwestufer des Sees leer steht, fordert die SPD-Fraktion eine „adäquate Zwischennutzung“.

Noch im Jahr des Abbruchs des alten Gebäudes wurde auf der Bürgerversammlung der Wunsch laut, dass man im Westpark wieder ein Café errichten solle. Wegen seiner preiswerten Angebote, der unterschiedlichen Programme und der idyllischen Lage war das ehemalige Seecafé ein beliebter Treffpunkt für Jung und Alt. Die Stadt versprach, sich im Rahmen einer Ausschreibung um einen Nachfolger zu kümmern. Doch die Suche nach einem geeigneten Interessenten, der auf dem Areal ein neues Café errichtet und betreibt, gestaltete sich von Anfang an als äußerst schwierig.

Die Anforderungen an die Bewerber waren hoch, möglicherweise zu hoch. Unter anderem forderte die Stadt, dass das Café ganzjährig geöffnet haben müsse, was sich für künftige Betreiber schon alleine aufgrund der Lage mitten im Park nicht rentieren würde.

Wie die SPD-Fraktion in ihrer Forderung nach einer Übergangslösung mitteilte, habe sich niemand im Stande gesehen, den Kriterien gerecht zu werden, auch nicht nachdem das Kommunalreferat in einer zweiten Ausschreibung die Ansprüche reduzierte. Die Investitionen seien ziemlich hoch, die Ausschreibungskriterien hart, wie Stefanie Krammer (SPD) bestätigt. Denn auch die Kosten für den Bau des Gebäudes müssten vom Betreiber selbst übernommen werden. An der Finanzierung der öffentlichen Toiletten aber würde sich die Abteilung Gartenbau des Baureferats beteiligen und im Winter auch deren Betrieb übernehmen.

Kürzlich ist nun auch der letzte Interessent abgesprungen. Die Kalkulation gehe nicht auf, sagte er. Die SPD-Fraktion fürchtet, dass der Westpark auch in diesem Jahr wieder ohne Bewirtung am See auskommen muss. Denn: „Bis zur Sommersaison einen geeigneten Bewerber zu finden, scheint nahezu aussichtslos“, heißt es in ihrem Schreiben. Deshalb fordert sie eine Zwischennutzung als Übergangslösung. Wenn es nach den Vorstellungen der Stadtviertelpolitiker ginge, soll auf der Kiesfläche baldmöglichst „eine temporäre Einrichtung entstehen, die ein preiswertes, gastronomisches Angebot für Jung und Alt bietet“. Wie diese mobile Zwischenlösung aussehen soll, ist noch unklar – ob Kiosk, Bauwagen oder eine Hütte mit Strandstühlen. Auch einen sogenannten Foodtruck könnte Krammer sich vorstellen: „Wichtig ist, dass überhaupt etwas hinkommt.“ Fest steht, dass es wieder ein Ort für Alt und Jung werden soll. Ein Vorschlag sei auch, nachmittags ein Café und am Abend eine Bar für junge Leute anzubieten, sagt Stefanie Krammer. Selbstverständlich mit begrenzten Öffnungszeiten, damit sich die Anwohner nicht gestört fühlten. Fest steht auch, dass der Betreiber einer temporären Gastronomie Toiletten für die öffentliche Nutzung zur Verfügung stellen soll.

Christina Seipel

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