Neue Grünanlage

Luise-Kiesselbach-Platz: Kein Lärmschutz – auf Wunsch der Bürger

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Grün, aber nicht ohne Verkehr: So soll der Luise-Kiesselbach-Platz zunächst einmal aussehen.

München - Der Luise-Kiesselbach-Platz soll nach Fertigstellung der oberirdischen Straßen im Jahr 2017 lediglich provisorisch begrünt werden. Eine Bebauung mit Häusern oder Lärmschutzwänden wird es vorerst nicht geben. Darauf hat sich gestern der Bauausschuss des Stadtrats verständigt.

Das Gremium folgte mit dieser Entscheidung dem Wunsch der Mehrheit der Anlieger des Platzes. Die Verwaltung hatte im Jahr 2015 rund 23 000 Haushalte im Umkreis des Platzes angeschrieben und zu einem Dialog eingeladen. 300 Bürger nahmen an zwei Veranstaltungen im Mai und Juni vorigen Jahres teil. Dabei stellten Vertreter des Baureferats drei mögliche Varianten für die Gestaltung des Luise-Kiesselbach-Platzes vor. Eine Grünfläche ohne Lärmschutz, eine Grünfläche mit Lärmschutzwall und eine moderate Randbebauung mit dahinter liegender Grünfläche.

Ergebnis: Die Bürger sprachen sich mehrheitlich für Variante eins aus, sie wünschen sich eine Grünfläche mit Erholungsfunktionen ohne Lärmschutzwände.

Trotz Tunnel werden 40.000 Fahrzeuge täglich den Platz passieren

Die Verwaltung hatte davon abgeraten, denn trotz des Tunnels wird der Platz vom Straßenverkehr geprägt bleiben: Laut amtlichen Prognosen werden nach Fertigstellung der oberirdischen Straßen im kommenden Jahr rund 40.000 Fahrzeuge täglich den Platz passieren. Zwar ist das nur ein Drittel im Vergleich zu Zeiten ohne Tunnel, aus Sicht der Verwaltung aber immer noch zu viel, um eine Erholungsfunktion zu gewährleisten. Die Aufenthaltsqualität werde durch den Verkehr massiv beeinträchtigt, warnten Vertreter des Baureferats.

Viele Bürger schenkten der Prognose der Verwaltung aber keinen Glauben. Das Baureferat schlug dem Bauausschuss deshalb vor, die Fläche zunächst nur provisorisch mit einfachen Mitteln wieder herzustellen, um für eine endgültige Gestaltung alle Optionen offen zu halten. Der Ausschuss folgte der Empfehlung. Sollten die Prognosen der Stadt tatsächlich eintreten, und täglich 40 000 Fahrzeuge über den Platz rollen, könnten auch nachträglich Lärmschutzwände oder Häuserzeilen gebaut werden.

Nach derzeitiger Planung wird der Straßenausbau an der Oberfläche 2017 fertiggestellt sein. Die Räumung der Baustelleneinrichtungen ist für den Sommer 2017 vorgesehen, so dass, abhängig von diesem Termin, mit dem Bau der provisorischen Begrünung im Herbst 2017 begonnen werden kann. Mit einer Fertigstellung der Baumaßnahme ist dann frühestens im Sommer 2018 zu rechnen.

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