7,3-Millionen-Euro-Umbau

Umfrage: Was wir vom neuen Harras halten

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Der neue Harras hat 7,3 Millionen Euro gekostet

München - Lange genug hat’s gedauert, jetzt ist es endlich geschafft: Der neue Harras ist fertig. Wie gefällt den Münchnern das Millionen-Projekt? Wir haben uns umgehört.

Insgesamt 7,3 Millionen Euro hat die Stadt in die Hand genommen und die lärmumtobte Verkehrsinsel in eine große Fußgängerzone umgewandelt. Doch wie es bei solchen Großprojekten immer ist: Recht machen kann man es nicht allen …

„Was lange währt, wird endlich gut“, sprach Baureferentin Rosemarie Hingerl, bevor sie am Freitag zusammen mit Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) sowie dem neuen und alten Sendlinger Bezirkschef Markus S. Lutz und Günter Pelkowski das Wasser für den neuen Brunnen am Harras aufdrehte.

Seit den 90er Jahren war diskutiert worden, wie man das Asphalt-Chaos in einen wohnlichen Platz verwandeln könnte. 2002 beschloss der Stadtrat die Umgestaltung. In einem Workshop, so betont Hingerl, hätten sich die Bürger einbringen können. Zwischenzeitlich ging der Stadt das Geld aus, doch 2008 gewann das Berliner Büro Atelier PK den Gestaltungswettbewerb.

Im Dezember 2010 begann der Umbau. Aus der Verkehrsinsel wurde eine Halbinsel – die Fahrbahnen wurden von der Nordseite des Platzes weg an die Südseite mit den anderen Spuren dort zusammengelegt. Statt Autos gibt es jetzt zwei lange Bänke, einen Brunnen und neue Platanen.

Aber nicht alle sind begeistert. So schimpft der Sendlinger Landtagsabgeordnete Andreas Lorenz (CSU) über weggefallene Parkplätze und Fahrspuren, die den Verkehr ausbremsten: „Darunter müssen die Pendler und die Geschäftsleute leiden.“ Ein älterer Herr demonstriert mit einem Transparent: „Wo ist das Grün?“ Für Ernst Dill (SPD), Vize-Chef des Bezirksausschusses Sendling, sind die Kritiker „Quatschköpfe, Klugscheißer, Besserwisser und Ignoranten“.

Es ist jetzt viel ruhiger hier

Mir gefällt der neue Platz sehr gut. Man kann jetzt vor unserem Laden sitzen – das ging vorher gar nicht. Wir hatten die Straße vor der Haustür und die U-Bahntreppe. Es viel ruhiger geworden. Das ist für Ältere, Mütter und Kinder gut.

Anne Hartlich (28), Filialleiterin Herrmannsdorfer

Der Schatten ist zu wenig

Wo ist das versprochene Grün? Auf dieser langen Bank, wo man wie die Hühner auf der Stange sitzt, gibt es keinen Schatten. Und wieso hat man den Brunnen so nah an die Straße gestellt? Da ist es doch viel zu laut!

Dietmar Malich (64), Pensionär

Die Parkplätze fehlen uns

Viele Kunden, die bei uns im Laden einkaufen, haben früher direkt vor dem Haus kurz mit dem Auto anhalten können. Das geht jetzt nicht mehr. Dadurch haben wir viele Kunden verloren. Ansonsten könnte der Platz grüner sein.

Monika Aigner (47), Geschäftsinhaberin

Ein Segen für die Anwohner

Meine Großeltern wohnen hier direkt am Platz. Und in ihrer Wohnung ist es jetzt viel angenehmer als zuvor. Da tobte der Verkehr direkt vor der Haustüre vorbei. Und der Brunnen kommt bei den jungen Leuten super an.

Dominik Hartmann (24), Student

Ich habe mir mehr erwartet

Im Prinzip finde ich die Umgestaltung des Harras ja schon gelungen, es ist viel besser als vorher. Doch ich hatte mir etwas mehr erwartet, so habe ich mir den Brunnen größer vorgestellt. Und es könnte mehr Grün da sein.

Olivia Teichmann (22), Studentin

Text & Umfrage: Johannes Welte

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