Übergriff auf der Theresienwiese

Sie wurde Opfer einer Sex-Attacke auf dem Frühlingsfest

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Frahie A. (l) und ihre Mutter wurden auf dem Frühlingsfest belästigt und attackiert.

München - Sie wollte mit ihrer Familie nur eine nette Zeit auf dem Münchner Frühlingsfest verbringen. Doch dann wurde sie Opfer einer Sex-Attacke. Nur einer Gruppe mutiger Männer ist es zu verdanken, dass der Täter so schnell gefasst wurde.

Begrapscht, beschimpft und geschlagen: Frahie A. (21) ist das Opfer einer Sex-Attacke auf dem Frühlingsfest. Der Täter ist gefasst, das Ermittlungsverfahren läuft. Doch die junge Frau geht jetzt noch einen Schritt weiter: „Indem ich an die Öffentlichkeit gehe, will ich den Druck auf diesen Widerling erhöhen und anderen Frauen Mut machen, sich zu wehren.“

Am Samstag vor einer Woche dreht sie mit ihrer Mutter Margret R. (59) und ihrer zehn Monate alten Tochter Sienna ein paar Runden auf dem Flohmarkt auf der Theresienwiese. Gegen halb vier schlendern die Frauen über das Frühlingsfest Heim. Auf Höhe des Autoscooters beugt sich Frahie A. in den Kinderwagen, um ihrer Sienna ein Schühchen richtig anzuziehen. „Da spürte ich eine Hand, die mir an den Hintern und zwischen die Beine fasste.“ A. dreht sich um, schaut in das Gesicht eines jungen Mannes und fragt fassungslos: „Was soll das bitte?“ Da beginnt der 20-Jährige sie zu beschimpfen und zu bedrängen. „Er kam ganz nah an mein Gesicht, dann hat er ausgeholt und mir ins Gesicht geschlagen“, sagt Frahie. Der Schlag ist so stark, dass ihre Brille wegfliegt. Am Montag noch hat sie Kopf- und Genickschmerzen. Doch in diesem Moment spürt die junge Mutter keinen Schmerz. Sie hat nur Angst um ihre zehn Monate alte Tochter. „Wenn jemand meiner Familie etwas tun will, sehe ich rot.“

Ihre Mutter mischt sich ein, will den betrunkenen Schüler von Frahie A. wegdrängen. Da packt er die 59-Jährige an den Haaren – so stark, dass sie eine Gehirnerschütterung und ein Schleudertrauma erleidet. Die zwei Kumpanen des Schlägers stehen feixend daneben, einer filmt mit seinem Handy. Dann haut die Truppe feixend ab. Drumherum stehen einige Schaulustige. „Alle haben nur geguckt, doch geholfen hat uns keiner“, sagt Frahie A.

Nur eine Gruppe junger Männer kommt schnellen Schrittes auf die Familie zu. Sie fragen, ob es den Frauen gut geht und nehmen die Verfolgung des Täters auf. „Wären die Männer nicht gewesen, hätte die Polizei den brutalen Kerl nie bekommen. Sie haben ihn festgehalten und an eine Zivilstreife übergeben“, sagt Frahie A. Ihr Vater ist Syrer, auch drei der jungen couragierten Männer sind aus Syrien, zwei aus dem Irak, einer aus dem Libanon. „Der Täter war auch kein Deutscher. So unterschiedlich sind die Menschen. Der eine grapscht und schlägt, die anderen helfen.“

Am Samstagabend war es auf dem Frühlingsfest zu einem weiteren brutalen Zwischenfall gekommen. Ein Münchner hatte einen Briten heftig verprügelt.

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