Stadt mit Integration zufrieden

So dahoam fühlen sich Ausländer in München

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Sie wollen sich integrieren: Flüchtlinge in der SchlaUSchule

München – Hauptstadt von Bayern, Metropole der Integration! In keiner anderen Großstadt leben so viele Menschen ohne deutschen Pass oder Deutsche mit Migrationshintergrund.

182 Nationen leben an der Isar, der Zuzug aus dem Ausland kletterte in den vergangenen fünf Jahren um 72 Prozent, 2013 gab es sogar einen Rekord! Gestern hat die Stadt dazu eine neue Studie vorgestellt: „Der Integrationsbericht belegt, dass Zuwanderer für München eine Bereicherung darstellen und dass die Integration insgesamt auf einem guten Weg ist – trotz allem, was natürlich noch zu tun bleibt“, sagte Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD). Bei uns ist die Welt dahoam!

Die Lage: Die Bevölkerung wuchs binnen kürzester Zeit von 1,3 auf bald 1,5 Millionen. Der Anteil der Migranten stieg von 2009 bis 2012 um drei Prozent auf nunmehr 39 Prozent. 25 Prozent sind Ausländer, 14 Prozent sind Deutsche mit einem Migrationshintergrund. Davon spricht man, wenn die Person oder einer ihrer Elternteile nach 1955 zugewandert ist. Mehr als eine halbe Million Münchner haben also Wurzeln im Ausland.

Der Zuzug: Die Zahlen steigen deutlich an. 2012 kamen 46 508 Menschen aus dem Ausland an die Isar. Fünf Jahre davor war es noch fast die Hälfte. Gleichzeitig blieb der Wegzug recht stabil bei rund 15 000. Unterm Strich waren die größten Zuwanderungsgruppen von 2008 bis 2012 die Rumänen (8093) und Bulgaren (5844), deren Zahl zuletzt stagnierte. Danach folgen Polen, Ungarn und Griechen. Auch die anderen EU-Krisenstaaten Italien und Spanien liegen weit vorne.

Die ausländischen Gemeinden: Die größten Gruppen bleiben dagegen stabil: Die Türken stellen 40 337 Mitbürger, die Griechen 24 204 und die Kroaten 23 998. Dahinter folgen Italiener, Österreicher, Polen, Bosnier, Serben, Rumänen und Iraker. Anders als in anderen Städten dominiert keine Nationalität. München ist bunt – ein Vorteil für die Integration.

Der Wohlfühl-Faktor: Erstmals hat die Stadt fast 3000 Münchner – Deutsche und aus aller Herren Länder – befragen lassen. Das Ergebnis ist überragend: 90 Prozent aller Münchner fühlen sich beim Zusammenleben aller Kulturen „eher“ oder „sehr wohl“! Ausländer und Deutsche mit Migrationshintergrund bewerten die Stimmung sogar noch etwas besser als die Deutschen.

Wer lebt in den einzelnen Vierteln? Hier vergrößern

Die Integration: Ein Job gilt als Schlüssel zur Integration. Hier steht München im Vergleich zwar gut da. Aber: „Es ist noch ein langer Weg“, sagt Strobl. Denn die Arbeitslosenquote lag 2012 insgesamt bei 4,9 Prozent – unter Ausländern mit 8,7 Prozent fast doppelt so hoch. Die häufigsten Gründe: mangelnde Sprachkenntnisse und fehlende oder nicht anerkannte Ausbildung. Die Zahlen werden aber besser: Es gibt immer weniger ausländische Schulabbrecher und immer mehr Abiturienten. Die Mehrheit der Schüler hat Migrationshintergrund.

Die Diskriminierung: Rund 90 Prozent aller Migranten sehen sich in München „gar nicht benachteiligt“ – bundesweit können das rund 80 Prozent von sich sagen. Wirklich eine Weltstadt mit Herz!

David Costanzo

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