Mitarbeiter rufen Polizei

Sparkassen-Trio: So stoppte es den Betrüger

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Thea D., Anna H. und Tobias K. (v.l.) von der Stadtsparkasse Nordheide

München - Ein aufmerksames Sparkassen-Trio durchkreuzte am Montag die Pläne eines Trickbetrügers. Inzwischen ist klar, wie genau die Banker gemerkt haben, dass etwas nicht stimmt.

Der Kunde kam am Montag um 9.30 Uhr in die Stadtsparkassenfiliale am Mira-Einkaufszentrum – und wollte 10 000 Euro in bar. Als Mitarbeiterin Thea D. seine Daten in den Computer eingab, wurde sie stutzig:„Der Herr hatte einen Vermerk. Er war vor einem Jahr von Enkeltrick-Betrügern ausgenommen worden.“

Die Stadtsparkasse Nordheide

Damals hatte der Rentner (81) schon einmal 10 000 Euro verloren. Thea D. und ihre Kollegin Anna H. sprachen ihren Kunden vorsichtig an, für was er soviel Geld bräuchte. „Für eine Bekannte“, sagte der 81-Jährige. Dass er zum zweiten Mal Opfer von Betrügern werden sollte, konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen. Zur gleichen Zeit telefonierte Bankkaufmann Tobias K. mit seinen Kollegen von der Sicherheitsabteilung – und die alarmierten die Polizei.

Zwei zivile Polizisten, die in die Stadtsparkassen-Filiale Nordheide geeilt waren, begleiteten den Rentner unauffällig nach Hause. Um 12 Uhr klickten dann die Handschellen. Eine junge Frau (23) aus Serbien hatte bei dem 81-Jährigen geklingelt, um das Geld abzuholen. Wie sich herausstellte, hatte der Rentner bei dem Anruf am Morgen geglaubt, dass seine Zugehhilfe dran sei. Die falsche Putzfrau flehte ihn um 10 000 Euro für ihren Sohn an. Er habe eine schwere Nierenerkrankung.

Dass die drei cleveren Bank-Angestellen dem Kunden 10 000 Euro retteten, ist kein Zufall. „Wir sensibilisieren unsere Mitarbeiter laufend für diese Problematik“, erklärt Stadtsparkassen-Sprecher Joachim Fröhler. In den vergangenen fünf Jahren konnten die Mitarbeiter 22 Enkeltrickbetrugsfälle verhindern. „So konnten unsere Kunden vor einem Schaden von 300 000 Euro bewahrt werden“, sagt Fröhler. Übrigens: 2012 wurden in München mehr als 600 Fälle angezeigt. Bei gut 40 Taten erbeuteten die Betrüger mehr als 1,5 Millionen Euro!

JAM

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