Neue Ring-Tunnel für München

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Ein Gutachten soll zwei Tunnel prüfen – unter der Landshuter Allee zwischen Donnersbergerbrücke und Dachauer Straße sowie unter der Tegernseer Landstraße (Bild).

München - Und sie bewegt sich doch. Nach Jahren der Forderungensoll der Stadtrat am Mittwoch einen ersten konkreten Schritt machen: Die Stadt will zwei neue Tunnels am Mittleren Ring prüfen lassen!

 Der Plan sieht zwei Röhren unter Landshuter Allee und Tegernseer Landstraße vor. Sie sollen vor allem die Nachbarn von Lärm, Feinstaub und anderem Dreck verschonen. Eine Machbarkeitsstudie will sich Planungsreferentin Elisabeth Merk vom Stadtrat absegnen lassen. Kosten: 250 000 Euro. Rot-Grün will zustimmen und erst recht die CSU, die aber Nachholbedarf anmeldet.

Von wegen drei: Fünf Tunnel braucht der Ring! Vielleicht kommt sogar noch einer dazu …

Rund 140 000 Autos und Laster rollen tagein und tagaus in Giesing und in Neuhausen zwischen den Wohnhäusern. Beide Bereiche gehören laut Umweltreferat zu den Abschnitten mit dem meisten Lärm und den meisten Abgasen. „Die gesetzlichen Vorgaben können in diesen Bereichen nicht eingehalten werden“, stellt das Planungsreferat fest. Krankheiten und Tote können die Folge sein. Das Problem könnten neue Tunnels zwar nicht lösen, da sie unter Umständen sogar noch mehr Autos anziehen, die wiederum auf dem Mittleren Ring noch mehr Lärm und Dreck produzieren.

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Profitieren könnten aber die Anwohner in Landshuter Allee und Tegernseer Landstraße. Beim Lärm sei das unzweifelhaft, das beweise auch der Tunnel unterm Petuelring, in dem der Verkehr seit 2002 unter der Erde verschwindet und so Platz für einen schönen Park macht. In Sachen saubere Luft ist die Rechnung nicht ganz so einfach, gibt das Umweltreferat zu bedenken. Denn ein Tunnel verschone zwar die Nachbarn darüber, konzentriere die Verpestung der Luft dafür um so mehr an den Ein- und Ausfahrten. Darum soll die Stadt neben den Röhren auch prüfen, wie sich der Verkehr insgesamt bremsen lasse.

Alle Fragen zum Schutz der Anwohner, Kosten und Technik soll das Gutachten in den kommenden neun bis zwölf Monaten beantworten. Dann soll der Stadtrat endgültig entscheiden. Die Rathaus-Mehrheit will für die Prüfung stimmen. Wobei die Grünen nicht zwingend einen Tunnel fordern: „Wenn eine oberirdische Lösung insgesamt günstiger kommt, wäre das besser“, sagt Stadtrat Paul Bickelbacher der tz. Auch die SPD sei in der Tunnel-Frage „total offen“, betont Stadtrat Ingo Mittermaier.

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Die CSU hat sich dagegen schon vor vier Jahren auf die Röhren festgelegt. Fraktionschef Josef Schmid wundert sich, warum die Verwaltung so lange braucht, um ein schlichtes Gutachten in Auftrag zu geben: „Wir erwarten, dass es jetzt zügig vorangeht.“ Die CSU vermisst in dem Beschluss allerdings die Einhausung des McGraw-Grabens in der Verlängerung der Tegernseer Landstraße – und den Tunnel unter dem Englischen Garten.

David Costanzo

Drei Tunnel hat der Ring

Bis zu 200 Arbeiter schuften seit fast zwei Jahren rund um den Luise-Kiesselbach-Platz an der neuesten Röhre der Stadt, die bis 2015 fertig sein soll. Kosten: 400 Millionen Euro. Das Projekt bildet den Abschluss des Programms „Drei Tunnel braucht der Mittlere Ring“, das die Bevölkerung auf Initiative der CSU mit knapper Mehrheit in einem Bürgerbegehren gegen die rot-grüne Stadtratsmehrheit durchsetzte. Seit 2002 rollt der Verkehr nach fünf Jahren Bauzeit durch den Petueltunnel. Am 18. Juli 2009 folgte der zwei Kilometer lange Richard-Strauss-Tunnel.

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