Gefährdung für Radfahrer

SPD setzt Offensive gegen Falschparker durch

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Strengeres Vorgehen gegenüber Falschparkern: Die Münchner SPD-Stadtratsfraktion macht sich für Kontrollen stark. 

München - Gute Nachrichten für Radfahrer: Auf Drängen der Münchner SPD-Stadtratsfraktion gibt es künftig vierteljährliche Kontrollen gegen Falschparker. Der erste Test lief gut. 

Münchens Radler sind leider oft gezwungen, einen Hindernis-Parcours zu absolvieren, weil Autos auf Radfahrstreifen geparkt werden. Bereits im August hatte die Münchner Rathaus-SPD deshalb per Antrag eine Schwerpunktaktion gegen zugeparkte Radwege gefordert. Zunächst reagierte das Kreisverwaltungsreferat (KVR)  jedoch ablehnend. Schriftlich ließ es die Stadtratsfraktion wissen, es gäbe bereits die Aktion „Gscheid radln“, bei der Rad- und Autofahrer verstärkt kontrolliert und informiert würden. Zusätzliche Offensiven seien nicht drin.

Die Rathaus-SPD allerdings ließ sich nicht abspeisen und regte in einem Antwortschreiben an Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle erneut an, gezielte Kontrollaktionen durchzuführen – mit Erfolg! Wie die Rathaus-SPD aus dem KVR erfuhr, werden die geforderten Schwerpunktaktionen nun doch umgesetzt: Vierteljährlich will die städtische Verkehrsüberwachung Falschparker auf Radfahrstreifen gezielt ins Visier nehmen.

Liste mit Problemstellen liegt vor

Die SPD-Fraktion hat dem KVR bereits eine erste Liste mit bekannten Problemstellen zukommen lassen. Darüber hinaus soll die regelmäßige Aktion „Gscheid radln“ mit dem Polizeipräsidium weiterlaufen. Im vorigen Monat rückten städtische Einsatzkräfte bereits zur ersten Schwerpunktaktion aus. Vom 11. bis zum 15. Januar überwachten täglich sechs Mitarbeiter über 30 Stunden hinweg intensiv die Radwege am Oberanger sowie die Schutzstreifen an der Kapuzinerstraße, die erfahrungsgemäß gerne zugeparkt werden. Die Bilanz: Am Oberanger wurden 42 Verstöße festgestellt, an der Kapuzinerstraße waren es insgesamt 116. Die Autofahrer erhielten entweder eine Verwarnung wegen „Parkens mit Behinderung“, oder sie wurden vor Ort aufgeklärt sowie aufgefordert weiterzufahren und in diesem Bereich nicht mehr zu halten. In einem Fall musste ein Auto, das eine Feuerwehrzufahrt blockierte, sogar abgeschleppt werden. 

Die SPD-Stadträtin Bettina Messinger zeigt sich zufrieden: „Allein die erste Schwerpunktaktion hat bereits gezeigt, wie wichtig es ist, intensiver gegen zugeparkte Radwege vorzugehen", sagt die Radverkehrsbeauftragte der Fraktion. "Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, vierteljährliche Kontrollen durchzusetzen, mit denen das Problem gezielt angegangen wird." Ihr zufolge könnten Radfahrer in gefährliche Situationen geraten, wenn sie in den fließenden Verkehr einfädeln müssen, weil der Radweg mal wieder zugeparkt ist. "Deshalb ist es auch nicht zu tolerieren, wenn ein Autofahrer seinen Wagen dort abstellt – und sei es auch nur für ein paar Minuten." 


mas

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