Antrag im Stadtrat

SPD fordert: Kein Ponyreiten mehr auf Wiesn und Auer Dult

+
Ein Pony auf der Oiden Wiesn 2010.

München - Die Rathaus-SPD fordert in einem aktuellen Antrag, dass bei Jahrmärkten und Volksfesten auf städtischen Flächen in München – also auch auf der Wiesn und der Auer Dult – kein Ponyreiten mehr angeboten werden soll.

Die SPD-Stadträte finden, ein solches Angebot sei mit dem Tierschutz-Gedanken nicht vereinbar. Auf nostalgische Empfindungen will man keine Rücksicht mehr nehmen. Einen entsprechenden Antrag hat die Fraktion deshalb jetzt an die Stadt gestellt.

"Laute Musik, die Lichteffekte umliegender Fahrgeschäfte und Besucherlärm bedeuten für die Pferde Stress", führt sie genauer aus. Stupide müssten die Tiere den ganzen Tag im Kreis trotten, was zu schmerzhaften Gelenk- und Wirbelschäden führen könne. Darüber hinaus vermittle das Jahrmarkts-Angebot Kindern ein falsches Bild von Tieren: "Sie werden nicht als Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen präsentiert und wahrgenommen, sondern eher als Konsumgut und Gebrauchsgegenstand."

Vorbilder für ein Ponyreit-Verbot gibt es schon: Städte wie Dachau haben die Ponykarussells bereits von öffentlichen Flächen verbannt. Auch der Münchner Tierpark Hellabrunn hat das Ponyreiten abgeschafft. Geht es nach der SPD-Fraktion, soll die Stadt München jetzt nachziehen. 

Bettina Messinger, SPD-Stadträtin und Fachsprecherin für Tierschutz, sagt: „Uns ist klar, dass sicherlich einige Münchnerinnen und Münchner nostalgische Empfindungen in Bezug aufs Ponyreiten haben. Trotzdem sind wir der Überzeugung, dass der Tierschutz mehr Gewicht haben muss als die Tradition." Ponykarussells seien einfach nicht mehr zeitgemäß. Darüber hinaus gebe es eine Vielzahl artgerechter Alternativ-Angebote mit Ponys und Pferden für Kinder, über die die Stadt auf ihrer Homepage informieren solle. 

auch interessant

Kommentare