Dunkle Vergangenheit aufarbeiten

Stadt beschließt Erfassung von Nazi-Straßennamen

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Erst 2014 wurde die Umbenennung des Leonhard-Moll-Bogen in Landauerbogen beschlossen. Leonhard Moll soll in seinem Münchner Unternehmen Zwangsarbeiter beschäftig haben.

München - Im Zuge der Entnazifizierung wurden in ganz Deutschland Straßen umbenannt. In München gibt es aber noch immer Straßen, die nach Rassisten benannt sind. Das soll sich nun ändern.

Die Geschichte Münchens ist voll von dunklen Flecken. Sie gehören zu dieser Stadt und ihrer Geschichte, genauso wie die berühmten Sehenswürdigkeiten und die Wiesn. In der "Hauptstadt der Bewegung" wurden ab 1935 rassistische und militärische Angriffsprogramme entworfen, mit dem Ziel entartete Kunst, die politische Opposition und das Judentum systematisch zu vernichten.

Viele der sogenannten Helden jener dunklen Vergangenheit sind in München noch immer präsent: Einige Straßen tragen bis heute die Namen bekannter Nationalisten und Rassisten. Überbleibsel, die bei der Entnazifizierung nach dem zweiten Weltkrieg - rund 200 Straßen wurden damals umbenannt - übersehen wurden.

Ein Zustand, der im Stadtrat immer wieder für Diskussionsstoff sorgte. Nun sollen endlich Taten sprechen: Mitglieder des Verwaltungs- und Personalausschusses sowie des Kommunalausschusses haben auf einen Antrag der SPD hin am Mittwoch eine umfassende Untersuchung aller Münchner Straßennamen auf ihre Namensgeber hin beschlossen.

Stadtarchiv muss nun historisch belastete Straßennamen suchen

Das Stadtarchiv hat nun den Auftrag zusammen mit einem Geodatendienst des Kommunalreferats historisch bedenkliche Straßennamen aufzuspüren, sie zu sammeln und Vorschläge zum Umgang mit dem entsprechenden Namen zu erarbeiten. Bisher wurden nach Rassisten benannte Straßen eher zufällig von Bürgern entdeckt, die auf eigene Faust Nachforschungen betrieben haben.

Die SPD-Stadträtin Bettina Messinger findet: "München als frühere ,Hauptstadt der Bewegung' hat hier eine besondere Verantwortung. Da kann es nicht nur dem Zufall überlassen sein, ob ein problematischer Name bekannt wird oder nicht."

Nachdem die Daten gesammelt wurden, soll darüber beraten werden, wie mit den historischen Altlasten umgegangen wird und ob eine sogenannte Entnennung nötig und sinnvoll ist.

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