Stadt München: Mit der Frauenquote schaut's schlecht aus

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Hep Monatzeder (l.) und Christian Ude busserln Chrsitine Strobl. Das Verhältnis Männer-Frauen im Rathaus ist aber noch deutlicher als 2:1.

München - Heute ist Weltfrauentag – da wird auch wieder über die gerechte Bezahlung der Geschlechter und die Verteilung der Spitzen-Jobs diskutiert. Die Stadt München sieht da nicht gut aus.

Heute ist Weltfrauentag – da wird auch wieder über die gerechte Bezahlung der Geschlechter und die Verteilung der Spitzen-Jobs diskutiert. EU-Justizkommissarin Viviane Reding erwägt die Einführung einer EU-weiten Frauenquote für Unternehmen. Und OB Christian Ude forderte beim SPD-Landesparteitag im Oktober eine Frauenquote von 40 Prozent für Führungspositionen im Öffentlichen Dienst.

Doch wie sieht es mit den Chefsesseln für Frauen im Münchner Rathaus aus? Tatsächlich arbeiten in der Stadtverwaltung mit 60 Prozent deutlich mehr Frauen als Männer. Doch wenn es um die Führungspositionen geht, sieht die Sache schon anders aus: Von den 3000 gehobenen Positionen sind zwar 47 Prozent von Frauen besetzt. „Im Gegensatz zur Wirtschaft, anderen Kommunen oder dem Freistaat eine Traumquote“, so Grünen-Stadträtin und Frauenrechtlerin Lydia Dietrich zur tz.

Doch sieht man sich die Spitzenpositionen an, haben die Männer das Sagen. Von elf Referenten sind nur drei Frauen. Und die Stadtspitze ist mit OB Christian Ude männlich, immerhin gibt es mit Christine Strobl eine zweite Bürgermeisterin, aber mit Hep Monatzeder einen dritten Bürgermeister. Und betrachtet man die städtischen Gesellschaften, in denen die Gehälter viel höher sind als in der Verwaltung, ist hier das männliche Geschlecht absolut überproportional vertreten: Die fünf Stadtwerke-Manager zum Beispiel sind alle Männer.

Insgesamt stehen 32 Managern der großen städtischen Gesellschaften und Einrichtungen nur fünf Managerinnen gegenüber. So gibt auch Lydia Dietrich zu bedenken: „Wir stehen zwar gut da, aber bei den Spitzenpositionen gibt es noch Nachholbedarf.“

Dabei haben die Grünen erst mit Sigi Benker und Boris Schwartz wieder zwei Männer in Führungsjobs gehoben. Dietrich erklärt aber: „Wir werden in Zukunft vermehrt Frauen berücksichtigen.“ Immerhin ist bei den Grünen im Gegensatz zu den anderen Parteien mit Sabine Nallinger noch eine Frau als OB-Kandidatin im Rennen.

Übrigens: Auch die Rathaus-Fraktionen sind in Männerhand, nur bei den Grünen teilen sich Sigi Benker und Lydia Dietrich den Fraktionsvorsitz…

Johannes Welte

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