Anlaufstelle für Betroffene

Stadt gründet Task Force gegen Zweckentfremdung von Wohnraum

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Ein Wohnungsschlüssel mit Airbnb-Anhänger.

München - Im Kampf gegen Zweckentfremdung von Wohnraum durch Medizintouristen stockt das Sozialreferat seine Sonderermittlungsgruppe „Ferienwohnungen“ auf: Die Task Force im Amt für Wohnen und Migration wird um zwei Stellen erweitert.

Die neuen Mitarbeiter sollen als Anlaufstelle für Bürger fungieren und Hinweise auf illegale Vermietung von Wohnungen als Ferienwohnungen oder anderen unzulässigen Leerstand entgegennehmen. Das hat der Sozialausschuss gestern beschlossen. Der Beschluss muss allerdings noch von der Vollversammlung bestätigt werden.

Das Sonderteam mit fünfeinhalb Stellen war bereits 2015 installiert worden und soll in einem zweijährigen Projekt im gesamten Stadtgebiet Wohnungen finden, die widerrechtlich als Ferienwohnungen vermietet und damit dem Wohnungsmarkt entzogen werden.

Insbesondere illegale Untervermietung an sogenannte Medizintouristen, die im Wochen- oder Monatsrhythmus wechseln, hat in der Vergangenheit immer wieder Schlagzeilen gemacht: Die Vermieter kassieren weit mehr als bei einem regulären Mietverhältnis, doch die Wohnung fehlt auf dem Münchner Mietmarkt, auf dem sie dringend gebraucht würde. Zudem häufen sich Beschwerden von Nachbarn. Die Gäste auf Zeit – meist Angehörige von Patienten aus arabischen Staaten, die sich in Münchner Kliniken behandeln lassen – fallen übereinstimmenden Schilderungen zufolge oft durch rüden Umgang auf und ignorieren Hausordnung und Grundzüge des gedeihlichen Miteinanders.

Das Sozialreferat gibt an, 2015 seien 51 zweckentfremdete Wohneinheiten dem Wohnungsmarkt wieder zugeführt worden. Betroffene klagen, in vielen Fällen zögen sich die Verfahren allzu lang hin. Peggy Schön, Initiatorin einer Internet-Petition, berichtet etwa von einer Wohnung, deren Zweckentfremdung sechs Monate nach einem rechtskräftigen Urteil noch immer andauere. Hinweise über mögliche illegale Vermietungen nimmt die Fachabteilung unter ferienwohnungen. soz@muenchen.de entgegen.  

sc

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