So tritt die Stadt auf die Mietpreisbremse

Stadt München kauft GBW-Wohnungen für 200 Millionen Euro auf

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In der Agilolfinger- und Krumpterstraße kaufte die Stadt 55 GBW-Wohnungen.

München - Die Stadt hat fast 1000 Wohnungen von der GBW aufgekauft. Dafür muss das Rathaus tief in die Tasche greifen.

Über drei Jahre ist es jetzt her, dass der Freistaat Bayern die ehemals gemeinnützige GBW an den Augsburger Immobilienmulti Patrizia verkaufte. Die Schwaben sind längst fleißig dabei, ihren Hausbestand in München zu versilbern. Um wenigstens einen Teil der GBW-Mieter vor Luxussanierungen zu schützen, hat die Stadt mittlerweile 949 GBW-Wohnungen für mindestens 200 Millionen Euro gekauft.

SPD-Schatzmeister Volker Rastätter.

Die Aufregung war bei den Mietern von 32.000 GBW-Wohnungengroß, als die staatliche Landesbank nach der Pleite mit der Hypo Alpe Adria sich 2012 von ihrem Aktienpaket der GBW trennte. Als die Patrizia die GBW kaufte, ließ sich die Stadt München in einer Sozialcharta das Vorkaufsrecht für die GBW-Wohnungen einräumen. 2014 reservierte der Stadtrat dafür eine erkleckliche Summe von 400 Millionen Euro.

Allerdings wurden nur ganze Wohnanlagen gekauft, Angebote über einzelne Wohnungen wurden abgelehnt. Die Wohnungen gingen in den Bestand der städtischen Wohnungsbauunternehmen GWG und Gewofag über.

Stadt hat der GBW 949 Wohnungen abgekauft

Neuperlach.

Dieses Vorkaufsrecht ist inzwischen abgelaufen. Wie vieleWohnungen die Stadt nun der GBW abgekauft hat? Das wollten die Linken-Stadträte Cetin Oraner und Brigitte Wolf vom Rathaus wissen. Die Antwort: 949. Alleine rund um die Dülferstraße in Feldmoching wurden 528 Wohnungen gekauft. In der Neustifter-, Riesenfeld- und Hamburger Straße in Milbertshofen wechselten 215 Wohnungen von der GBW in städtischen Besitz, 139 am Karl-Marx-Ring (Neuperlach), 55 an der Agilolfinger- und Krumpterstraße (Untergiesing) und 12 in der Adalbertstraße in Schwabing.

Wieviel die Stadt nun tatsächlich bezahlt hat? Diese Summe ist streng geheim. Volker Rastätter, Geschäftsführer des Mietervereins München, schätzt den Kaufpreis für die 949 Wohnungen auf 200 Millionen Euro. "Dieses Geld musste die Stadt ausgeben, um die Mieter vor Mieterhöhungen zu schützen. Es fehlt ihr jetzt, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen."

tz-Stichwort: GBW-Verkauf

Hintergrund des Verkaufs der 32.000 Wohnungen der ehemals gemeinnützigen GBW an die Augsburger Patrizia war die auf 1,7 Milliarden Euro geschätzte Pleite der Bayerischen Landesbank, die sie durch das Desaster mit der Hypo Alpe Adria erlitten hatte.

Der Freistaat Bayern musste das Geld vorschießen, um die Landesbank vor der Pleite zu retten. Die EU machte darum den Verkauf der GBW zur Auflage. Finanzminister Markus Söder lehnte es aber ab, die Wohnungen zu einem vergünstigten Preis an die betroffenen Kommunen zu verkaufen - alleine 8000 Wohnungen befinden sich in München. Auch der Freistaat selbst übernahm die Wohnungen nicht.

Volker Rastätter, Geschäftsführer des Mietervereins München, kritisiert: "Die Stadt muss jetzt durch den Kauf der Wohnungen die Fehlleistungen von Söder mit Steuergeldern subventionieren."

Johannes Welte

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