Beschluss des Bauausschusses

Schrotträder werden häufiger aussortiert

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Schrottreif: Nach vier Wochen werden markierte Räder entfernt und dann sechs Monate eingelagert.

München - Die Stadt wird von 2017 an häufiger flächendeckend Schrotträder beseitigen. Dies beschloss der Bauausschuss am Dienstag mit fraktionsübergreifender Zustimmung.

Damit soll an den Abstellanlagen mehr Raum für Radler und ihre Gefährte geschaffen werden. Die Zusatzkosten für das Beseitigen alter Fahrräder liegen bei etwa 300 000 Euro pro Jahr.

Nach Einschätzung des Stadtrats bleiben an den Abstellanlagen immer mehr Fahrräder stehen, die offensichtlich niemand mehr abholt. „Eingestaubt, teils kaputt, wohl monatelang nicht bewegt“, sagt Bettina Messinger, Radverkehrsbeauftragte der SPD-Fraktion im Rathaus. Dies nehme Radlern, die diese Anlagen gerne nutzen würden, die Plätze weg. Daher soll das Baureferat nun öfter aussortieren. Der Stadtrat beschloss, dass an wichtigen Verkehrspunkten wie dem Hauptbahnhof, dem Marienplatz, Karlsplatz, Sendlinger Tor, Odeonsplatz oder an anderen viel genutzten Park+Ride-Anlagen die mutmaßlichen Schrottradl alle sechs Monate entfernt werden, im übrigen Stadtgebiet innerhalb eines Jahres.

Das Baureferat betreut derzeit in etwa 1800 Abstellanlagen rund 35 000 Fahrradparkplätze. Um Erfahrungen zu sammeln, hatte die Behörde in Pilotaktionen die Situation rund um den Marienplatz und rund um den Hauptbahnhof analysiert, zuletzt im Mai 2016. Dabei wurden mutmaßliche Schrotträder mit einer Banderole markiert, auf der darauf hingewiesen, dass das Rad nach einer Frist von vier Wochen entfernt wird. Als „aufgegeben“ gelten Räder, die zerstörte oder fehlende Funktionsteile haben – zum Beispiel Rahmen, Reifen, Felgen, Lenker, Kette oder verstaubte Sattel. Sollten die gekennzeichneten Räder nach vier Wochen noch immer unverändert an gleicher Stelle stehen, werden diese von der P+R Park & Ride GmbH registriert und entfernt. Die entfernten Räder werden anschließend sechs Monate eingelagert und – sofern sie in dieser Zeit nicht abgeholt wurden – schließlich verwertet beziehungsweise entsorgt. 

Dass die Aktionen der Stadt Wirkung zeigten, verdeutlichen die statistischen Zahlen. So wurden bei der Aktion im Jahr 2015 rund um den Hauptbahnhof noch 43 Prozent der Räder markiert und am Ende 16 Prozent entfernt. Im Mai 2016 waren es nur noch 26 Prozent markierte Räder und vier Prozent Entfernungsquote. In absoluten Zahlen reduzierten die beseitigten Räder von 95 auf 19.

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