Appell von Dieter Reiter zeigt Wirkung

Gebühren: Stadtsparkasse lenkt ein - Das ändert sich für Kunden

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München - Die neuen Girokonto-Gebühren für Kunden der Stadtsparkasse hatten für Aufregung gesorgt. Nun ist klar, wie die Bank Geringverdienern entgegenkommt.

Jetzt gibt’s endlich eine Einigung: Die Stadtsparkasse kommt sozial Schwachen und Geringverdienern bei ihren neuen Girokonto-Modellen doch entgegen. 

Die Vorgeschichte: Die Sparkasse hatte ihre Konto-Modelle überarbeitet - das neue Pauschal-Girokonto („Girokonto Komfort“) wäre mit 7,95 Euro monatlich jedoch deutlich teurer gewesen als das bisherige „Privatgirokonto Classic“ (4,95 Euro). Auch wenn das neue Konto  mehr Leistungen umfasst: Gerade viele sozial Schwächere fühlten sich benachteiligt. 

OB Dieter Reiter (58, SPD) schaltete sich als Verwaltungsratsvorsitzender ein und forderte ein gerechteres Modell. Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Stadt und der Stadtsparkasse prüfte eine Überarbeitung. Zunächst wurden die neuen Konten mit einer Preisbremse zum 1. Juli eingeführt. 

Jetzt gibt es eine endgültige Einigung: Geringverdiener mit einem Nettoeinkommen bis 1500 Euro im Monat oder Inhaber des München-Passes können seit Freitag in den Filialen beim „Girokonto Komfort“ eine Ermäßigung von 3 Euro auf den Preis von 7,95 Euro beantragen. Damit entspricht der Preis wieder dem des bisherigen „Privatgirokonto Classic“. 

Die Ermäßigung gilt für ein Konto je Alleinstehendem oder Familie. Es muss sich um das Hauptkonto des Kunden handeln - und auf dem Konto müssen Gehalts-, Renten- oder Transferleistungen wie zum Beispiel Arbeitslosengeld eingehen. Nachweisen kann man den Anspruch auf Ermäßigung etwa mit einem Steuerbescheid vom Finanzamt oder dem Rentenbescheid, so die Sparkasse.

Die Ermäßigung gilt ab dem Monat der Antragsstellung für ein Jahr, sie kann regelmäßig erneuert werden. Neben dem Girokonto Komfort gibt es - wie geplant - in Zukunft das „Girokonto Individual“ (2,95 Euro, viele Leistungen kosten extra). Und für reine Online-Kunden das „Girokonto Online“ (4,95 Euro, ab Geldeingang von 1750 Euro kostenlos).

OB Reiter sagte am Freitag, er freue sich, dass die Stadtsparkasse den Münchnern im Rahmen ihrer Möglichkeiten entgegenkomme. In einer so wohlhabenden Stadt sei es für sozial Benachteiligte und Geringverdiener schwerer als in anderen Regionen, über die Runden zu kommen. 

Versöhnliche Töne schlägt auch Ralf Fleischer (52), Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse, an: „Als Sparkasse und ‚die Bank unserer Stadt‘ unternehmen wir gerne unser Möglichstes, um für alle Münchnerinnen und Münchner da zu sein.“ 

Ingeborg Staudenmeyer, Chefin des Münchner Seniorenbeirats, ist mit der Entscheidung zufrieden. „Das freut uns sehr. Dass somit der alte Preis des Tarifs beibehalten wird, ist für viele ältere Münchner eine Erleichterung.“ Staudenmeyer hatte in der Preisdiskussion betont, dass die Sparkasse „eben auch eine soziale Verantwortung“ habe.

Das ist der München-Pass

Wer Inhaber des München-Passes ist, bekommt bei verschiedenen städtischen und auch nicht-städtischen Einrichtungen Vergünstigungen. Beispielsweise gibt es billigere Tageskarten für den MVV-Innenraum, außerdem haben Inhaber Anspruch auf das Sozialticket IsarCard S. 

Pass-Inhaber können auch kostenlose Eintrittskarten  für Theatervorstellungen, Konzerte oder fürs Kino über den Verein KulturRaum erhalten. Außerdem im Angebot: Vergünstigte Medikamente. 

Anspruch auf den Pass haben zum Beispiel Bezieher von Arbeitslosengeld II, Grundsicherung im Alter oder Sozialhilfe, außerdem Münchner, die ein geringes Einkommen haben bzw. Wohngeld oder Kinderzuschlag erhalten. Zudem können auch Freiwillige, die ein Soziales oder Ökologisches Jahr ableisten oder Bundesfreiwilligendienst machen, vom München-Pass profitieren. 

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