Startbahn-Gegner stellen Kampagne vor

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Sprecher des Buendnisses "AufgeMUCkt - Muenchen gegen die 3. Startbahn kleben am Montag am Sendlinger Tor in München bei einem Fototermin ein Plakat des Buendnisses auf einen Plakatständer.

München - Der geplante Ausbau des Münchner Flughafens spaltet die Gemüter: Die Gegner der dritten Startbahn wollen vor dem Bürgerentscheid im Juni mit einer Kampagne Stimmung machen.

Der Kampf um die dritte Startbahn am Flughafen München geht in die entscheidende Phase. Gegner und Befürworter des Milliardenprojekts im Erdinger Moos wollen mit Plakkaten, Handzetteln und Info-Ständen in den nächsten viereinhalb Wochen intensiv für ihre Position werben, um beim Bürgerentscheid am 17. Juni die Nase vorn zu haben.

Gestern starteten die Gegner der Landebahn ihre Kampagne „2 gewinnt!“. Die Sprecher des Bündnisses – Katharina Schulze von den Grünen, Michael Piazolo von den Freien Wählern und Christian Hierneis vom Bund Naturschutz – machten auf die negativen Folgen wie Lärm, Umweltschäden und hohe Kosten aufmerksam, die ein Bau der Startbahn mit sich bringen würde. „Wir wollen mit den Bürgern ins Gespräch kommen“, sagte Schulze. Neben Aktionstagen und Kinospots soll es ab 21. Mai auch einen dauerhaften Infostand am Sendlinger Tor geben.

Rund 78 000 Euro will das Bündnis in seine Kampagne investieren. Das ist weit weniger, als das Bündnis „Ja zur 3. Startbahn“ zur Verfügung hat. Allein der Flughafen investiert eine Million für seine Kampagne. Hinzu kommen Spenden diverser Unternehmen, über deren Höhe man aber nicht sprechen möchte. Münchens Freie-Wähler-Chef Piazolo mahnte die Startbahn-Freunde deshalb zu Transparenz.

Während die Gegner der Startbahn jetzt erst richtig loslegen wollen, sind die Befürworter schon längst bei der Sache. Die Stadt ist bereits voll mit ihren Plakaten. Rund 1000 Standorte, so erklärte Sprecher Max Böltl, habe man bisher beklebt. Laut Bündnis wurden 150 „beschädigt, beschmiert oder zertreten“. Man habe deshalb Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Münchens FDP-Chef Daniel Föst stellte etwas nebulös eine Vermutung an: „Bei solch massiver Zerstörung könnte man schon zu dem Schluss kommen, die sei organisiert.“

Die Plakatierung aber soll weitergehen. „Die Motive werden in den kommenden Tagen gewechselt“, sagte Böltl. Dann werde auch die Briefwahl eine wichtige Rolle spielen. Vor dem Wahltermin wolle man Anzeigen in der Münchner Tagespresse schalten. „TV-, Kino- oder Radiospots wird es nicht geben“, erklärte Böltl.

Dass gerade die Münchner über die dritte Startbahn abstimmen und nicht die betroffenen Freisinger oder Erdinger, liegt daran, dass nur die Stadt Miteigentümer am Airport ist. Weil neben dem Bürgerbegehren der Gegner auch ein Ratsbegehren des mehrheitlich positiv zur Startbahn stehenden Stadtrats zur Abstimmung vorliegt, werden sich die Bürger die Fragestellung genau durchlesen müssen. Ein drittes Kreuz ist für die entscheidende Stichfrage vorgesehen.

Von 19. bis 26. Mai verschickt die Stadt die Abstimmungsbenachrichtigungen an etwas mehr als eine Million stimmberechtigte Münchner. Dann beginnt auch die Ausstellung der Briefwahlunterlagen. Damit ein Entscheid erfolgreich ist, müssen mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten – also gut 100 000 Münchner – für oder gegen die Startbahn gestimmt haben. Wird dieses Quorum nicht erreicht, wird die Stadt München ihre Zustimmung zur Startbahn weiterhin vertreten.

Matthias Kristlbauer

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