Antragsflut lässt Sozialreferat reagieren

Stau bei der Stadt: Das Wohnungsamt sperrt montags zu!

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Großer Andrang beim Amt: Die Anträge werden immer mehr.

München - Weil die Antragsflut beim Amt für Wohnen und Migration nicht abebbt, reagiert das jetzt Sozialreferat. Wie die tz exklusiv erfahren hat, sperrt die Behörde nun montags ganz zu. Auszeit für Anträge!

München wächst – und das merkt freilich auch die Verwaltung. Bereits Ende April hatte die neue Sozialreferentin Dorothee Schiwy insgesamt drei Wochen die Pforten schließen lassen. Denn die Mitarbeiter sind überlastet. Im Frühjahr gab es über 6000 Anträge in der Warteschleife.

Das Amt für Wohnen und Migration kümmert sich um die 71.500 Bleiben in München, darunter circa 43.000 Sozialwohnungen. Die Stadt stellt so sicher, dass auch finanziell schwächer Gestellte eine Wohnung bekommen.

Wer vom Amt eine solche will, muss dort Anträge stellen. Allerdings werden diese Menschen immer mehr. Seit 2010 sind 160.000 Neu-Bürger nach München gezogen. Die Verwaltung derweil wächst nicht in dem Maße. Beispiel ist das Kreisverwaltungsreferat mit den Bürgerbüros, aber im Grunde haben alle Abteilungen mit Publikumsverkehr das Problem.

Beim Amt für Amt für Wohnen und Migration sind 2011 etwa 18.000 Anträge eingegangen. Dass die Bearbeitung auch schon mal länger dauert, ist freilich nichts Ungewöhnliches. 2011 waren es am Jahresende etwa 2100 unbearbeitete Anträge, im Jahr 2015 aber schon über 5000 – und Anfang 2016 über 6285! Zwar gibt es neues Personal, doch auch dessen Einarbeitung dauert. Erst im November 2015 hatte der Stadtrat dem Amt 28 zusätzliche Stellen bewilligt Jedoch: Personal ist schwer zu finden. Und wenn man dann jemanden hat, handelt es sich um Quereinsteiger. Die sind einen Gutteil ihrer Zeit aber auf Fortbildungen – oder es sind Teilzeitkräfte. Und jetzt kommt hinzu, dass die Finanzen der Stadt endlich sind. OB Dieter Reiter (58, SPD) hatte unlängst mehr Disziplin angemahnt. Das gilt auch für neue Stellen!

Das Wohnungsamt zieht nun erneut die Reißleine. Bisher war Publikumsverkehr montags, mittwochs, freitags von 8.30 bis 12 Uhr, mittwochs außerdem noch von 15 bis 17 Uhr möglich. Ab 1. Dezember fällt der Montag weg. Das gilt auch für die telefonische Erreichbarkeit. So werden Kapazitäten zum Abarbeiten der Anträge frei. Abgegeben werden können diese auch an der Infothek. Zudem gibt es für dringende Anfragen eine Info-Hotline: 23 39 68 20.

Sascha Karowski

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