Perseiden Maximum 2016

Sternschnuppennacht: Hier sehen Sie in München die Perseiden

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Jedes Jahr im August finden sich am Himmel besonders viele Sternschnuppen.

München - Auf Sie wartet in den nächsten Tagen ein Sternschnuppen-Spektakel: In diesem Jahr können Sie nämlich besonders viele Perseiden am Nachthimmel beobachten. Ein paar Voraussetzungen gilt es dabei jedoch zu beachten.

Jedes Jahr im August findet man am Nachthimmel besonders viele Sternschnuppen, sogenannte Perseiden. In diesem Jahr prognostizieren Wissenschaftler jedoch ein außergewöhnliches Naturspektakel: Ein unglaublicher Meteoritenschauer soll die Sternschnuppennacht 2016 zu einer ganz besonderen machen und die der letzten Jahre um Längen übertreffen.

Zur Veranschaulichung: Fielen in den letzten Jahren in der jeweiligen Augustwoche in der Regel um die 90 bis 100 Sternschnuppen pro Stunde vom Himmel, sollen es in diesem Jahr bis zu 170 pro Stunde werden. Für alle, die in dieser Sternschnuppennacht also den Blick gen Himmel richten, sollte in diesem Jahr kein Wunsch mehr offen bleiben.

Was sind Perseiden überhaupt?

Perseiden gehören zu den schnellsten Sternschnuppen und rasen mit unglaublichen 216.000 Kilometern pro Stunde durch das All. Angefangen als abgesplitterte Trümmer des Kometen "Swift-Tuttle", fallen die Meteoriten in Richtung Erdatmosphäre und verglühen dort - und genau das nehmen wir schließlich als Sternschnuppen wahr.

So sieht der Sternenhimmel im August aus.

Perseiden werden die Rennfahrer unter den Sternschnuppen deswegen genannt, weil sie aus dem Sternbild des "Perseus" zu fallen scheinen. Im Volksmund wird auch gerne zu dem Begriff der "Laurentius-Tränen" gegriffen, da die Sternschnuppennacht häufig auf den Tag des römischen Märtyrers Laurentius, den 10. August, fällt.

Wann genau ist die Sternschnuppennacht 2016?

Einen Regen aus Sternschnuppen findet man nicht nur in einer einzigen Nacht, sondern mehrmals über das Jahr verteilt. Im November blitzen beispielsweise die Leoniden am Nachthimmel auf und im Dezember lässt sich das Schauspiel der Geminiden beobachten. Trotzdem ist die Nacht der Perseiden im August ganz besonders beliebt - an lauwarmen Sommerabenden lassen sich Sternschnuppen schließlich weitaus angenehmer beobachten.

In diesem Jahr sollen die Perseiden in der Nacht von dem 11. auf den 12. August zu sehen sein. Gut zu wissen: Der beste Zeitraum, um die Sternschnuppen am Nachthimmel zu beobachten, liegt zwischen Mitternacht und Morgengrauen. Das heißt für alle Interessierten, entweder am Donnerstag lange wach zu bleiben oder sich am Freitag ganz früh aus dem Bett zu quälen. Doch wer schon einmal eine Sternschnuppennacht erlebt hat, weiß, dass sich dies auf jeden Fall auszahlt.

Natürlich spielt auch das Wetter eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, möglichst viele fallende Meteoriten zu erblicken. Bisher sind die Prognosen für den Münchner Raum leider ziemlich wolkig, in Teilen Norddeutschlands scheinen Sternengucker dieses Jahr mehr Glück zu haben. Trotzdem lohnt es sich, den Wetterbericht für die kommenden Nächte im Auge zu behalten. 

Besonders vorteilhaft ist jedoch, dass in der Woche um den 12. August Neumond ist. Das heißt, die Meteoriten haben freie Bahn, da ihnen nicht von dem hell strahlenden Mond die Show gestohlen wird. Unsere Augen können sich also voll und ganz auf den Sternschnuppenregen konzentrieren, der hier vom Himmel fallen wird.

Wieso gibt es in diesem Jahr besonders viele Sternschnuppen?

Wissenschaftler sagen voraus, dass Beobachter in diesem August außergewöhnlich viele Perseiden zu sehen bekommen. Auslöser dafür ist der Planet Jupiter: Der größte Planet des Sonnensystems schiebt den Kometenstrom in diesem Jahr durch seine Schwerkraft nämlich besonders nah an die Erdatmosphäre heran - und sorgt damit dafür, dass uns ein wahres Naturspektakel erwartet.

Wo sind die Perseiden 2016 zu sehen? Die besten Orte rund um München

Diesen Anblick konnte man während der letzten Sternschnuppennacht in Norddeutschland bestaunen.

Wie bereits erklärt, ist künstliches Licht besonders störend bei der Betrachtung von Sternschnuppen. Wer also die Möglichkeit dazu hat, fährt am besten raus in das Münchner Umland, legt sich dort auf ein weites, freies Feld und genießt den Meteoritenschauer in vollen Zügen.

Wer es allerdings nicht aus der Großstadt herausschafft, findet bestimmt auch in München einen guten Platz zum Beobachten. Im Olympiapark, am Ufer der Isar oder im Englischen Garten lässt sich das Naturschauspiel der Perseiden mit Sicherheit am besten beobachten. Doch seien Sie sich sicher: Sie werden bestimmt nicht die Einzigen sein, die sich dort in der Nacht auf den Freitag das Spektakel am Nachthimmel nicht entgehen lassen wollen. In den letzten Jahren wurde in einigen Städten für die Nacht der Perseiden sogar eine Art Public Viewing organisiert. Außerdem laden Sternwarten, wie beispielsweise die Sternwarte Stuttgart, zu einem gemeinsamen Beobachten der Sternschnuppen ein.

Wichtige Tipps, um möglichst viele Sternschnuppen zu sehen

  • Suchen Sie sich einen Ort, an dem Ihre Sicht nicht durch Häuser oder andere Bauten gestört wird.
  • Meiden Sie künstliches Licht, zum Beispiel von Straßenlaternen oder umliegenden Wohnungen, Bars und Restaurants.
  • Behalten Sie die Wolkenentwicklung im Auge: Wetterapps oder ein "Regenradar" auf dem Smartphone können Auskunft geben, wo sich viele Wolken entwickeln und wo Sie freie Sicht auf den Himmel haben.
  • Eine besondere Ausrüstung benötigen Sie jedoch nicht: Ein Liegestuhl oder eine Picknickdecke reichen, um sich auf die Sternschnuppennacht vorzubereiten. Geduld sollten Sie aber trotzdem ausreichend mitbringen.

Sternschnuppen auf Fotos festhalten

Wer in der Nacht auf Freitag die vielen Sternschnuppen für die Ewigkeit festhalten möchte, steht zunächst vor einem Problem: Die rasend schnellen Perseiden auf einem Foto einzufangen, ist selbst für professionelle Fotografen keine leichte Übung. Wir haben Ihnen in einem anderen Artikel bereits genau erklärt, wie auch Ihnen die perfekten Sternschnuppen-Fotos gelingen. Eines sei jedoch vorweg gesagt: Die einfache Handykamera reicht zum Einfangen des Meteoritenschauers leider nicht aus. 

Anna-Elisa Jakob mit dpa/AFP

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