Konzert-Kritik: Straps, das war ihr letztes Wort

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Andrea Berg

München - Berg-Fest in München! Andrea Berg war da, die feuerrothaarige Schlagerqueen vom Niederrhein, die Krefeld-Kylie, die passionierte Lederträgerin mit den sechs Nummer-eins-Alben in den letzten acht Jahren.

Natürlich war die Olympiahalle ausverkauft, und natürlich begrüßte La Berg ihre Fans zu einem Abend, an dem Gefühle keine Schweigepflicht hatten. Straps, das war ihr letztes Wort! Für Action war hinreichend gesorgt – denn im Gegensatz zur billigen Turnhallen-Deko vieler Schlagerkollegen tischte sie richtig groß auf. An Kohle fehlt’s ja nicht, über zehn Millionen Platten sind verkauft, und Gatte Uli Ferber verdient als Manager von Mario Gomez nicht schlecht dazu. Wenn die Flippers ein visueller Schlecker sind, war die Berg in München beinahe schon das Kaufhaus des Westens. Ein ausgewachsenes Piratenschiff als Bühne, mit brennenden Segeln und Bordkanonen – Pirates of the Niederrhein! Respekt, muss man sagen, teilweise kokelte es so heftig, dass der Abend beinahe schon an Rammstein mit Romantik erinnerte. Rammelstein quasi.

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Dass sich ausgerechnet die Königin des kreuzbraven Mitklatsch-Schlagers, die Bauspar-Domina, als renitente Piratin inszeniert, auf der Costa Cordalia sozusagen, wirkt natürlich ein wenig skurril. Und musikalisch endet die Abenteuerlust auch recht schnell. Da wird geliebt und versiebt, belogen und betrogen, bis die Seele blaue Flecken abkriegt. Bergs letzte beide Alben hat zudem Herr Bohlen inszeniert, der eher als musikalischer Tretbootfahrer gilt. Wer die Berg-Musik mag, und das sind viele, wurde zwischen Korsar und Korsage aber exzellent bedient. Alles klar auf der Andrea Gloria!

Jörg Heinrich

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