Probleme bei S3, S4 und S7

"Verdächtiges am Gleis": S3-Strecke gesperrt

München/Deisenhofen - Ein Spaziergänger an der Strecke hat am Donnerstagmorgen die S3 für kurze Zeit lahmgelegt. Für die Fahrgäste folgte das Chaos. Auch bei zwei anderen Strecken gab es Probleme.

Aufgrund eines Fehlalarms ist am Donnerstag von 9.25 bis 9.50 Uhr die Bahn-Strecke der S3 zwischen Giesing und Deisenhofen gesperrt worden. 

Ein Ersatzverkehr konnte in dieser Zeit nicht eingerichtet werden. Wie die Polizei mitteilt, wollte eine Person aus dem Raum Taufkirchen auf seine „missliche Lage“ aufmerksam machen und rief dazu gegen 8.40 Uhr bei einer Behörde an. Die Polizei wollte sich nicht näher äußern, bei welcher. Jedenfalls gab es die Befürchtung, dass derjenige möglicherweise einen Suizidversuch begehen wolle. 

Daher informierte die Polizei die S-Bahn, welche ihre Fahrer anwies, auf der Strecke zwischen Deisenhofen und Taufkirchen auf Sicht zu fahren und besonders achtzugeben. 

Tatsächlich meinte ein S-Bahnfahrer, etwas Verdächtiges beobachtet zu haben. Die Strecke zwischen Deisenhofen und Giesing wurde also vorsichtshalber gesperrt, eine Polizeistreife machte sich auf den Weg und suchte das Gebiet ab. Wie sich herausstellte, war nichts dahinter. 

Neben der S-Bahn befindet sich ein Fußweg, worauf sich Spaziergänger ohne jede abwegige Absicht bewegten. Außerdem trat die Polizei mit dem besagten Anrufer in Kontakt und kam zu dem Schluss, dass er keinen Suizid begehen wollte. 

Die betroffenen S-Bahn-Passagiere erlebten derweil eine Odyssee. Unter anderem auch Merkur-Mitarbeiterin Isabella Lauber, die ursprünglich um 8.58 Uhr die S 3 in Giesing Richtung Unterhaching erwischen wollte, aber eine Minute zu spät kam. Macht nichts. Auch die nächste um 9.18 Uhr hätte für Pünktlichkeit genügt. Dann die Durchsage: Alle Wartenden mussten aufs gegenüberliegende Gleis, also im Eiltempo durch das Sperrengeschoss hecheln. Für Passagiere mit Handicap schon schwierig. 

Im Zug kam dann die nächste ernüchternde Botschaft, dass die Bahn wegen wegen eines möglichen Suizides wieder zurück zum Ausgangsort, dem Ostbahnhof, muss. Aber da gab es ja noch den Bus 220 nach Unterhaching. Die Merkur-Mitarbeiterin nahm also die Beine in die Hand, erreichte den Busbahnhof und quetschte sich mit einer Traube Gleichgesinnter hinein. 

Eine zweite Zugladung voller Passagiere – viele wollten zu Infineon am Fasanenpark – hatte dagegen das Nachsehen. Zwei Mütter mit Kinderwagen protestierten vor geschlossener Tür und wurden trotz gestiegenen Leidensdrucks noch eingelassen. Den eigentlichen Grund für das Schlamassel erfuhr unsere Mitarbeiterin kurze Zeit später in der Unterhachinger Redaktion.

Im Laufe des Donnerstagvormittags folgten zwei weitere Störungsmeldungen der Münchner S-Bahn: Zunächst gab die Bahn um 11.40 Uhr bekannt, dass wegen eines Polizeieinsatzes am Gleis der Bahnhof Haar gesperrt sei. Die S-Bahnen der Linie S4 und S6 verkehrten deshalb bis Trudering und endeten dort vorzeitig, die S-Bahnen Richtung München Ost verkehrten bis Zorneding und endeten vorzeitig. Laut Bundespolizei war eine Frau, die ins Gleis gestiegen war, Ursache für die Sperrung.

Kurz darauf, Stand 12 Uhr, teilte die Bahn mit, wegen eines Notarzteinsatzes am Gleis sei die Strecke auf der Linie S7 Richtung Kreuzstrasse zwischen Giesing und Neubiberg gesperrt. Die S-Bahnen Richtung Kreuzstrasse verkehrten bis Giesing und endeten dort vorzeitig. Die S-Bahnen Richtung München Ost verkehrten bis Neubiberg und endeten vorzeitig. Hier war laut Bundespolizei ein Unfall die Ursache: eine S-Bahn sei gegen eine Baumaschine gefahren. Die Sperrung war um 13 Uhr noch nicht aufgehoben. Ein provisorischer Schienenersatzverkehr mit Taxis zwischen Giesing und Neubiberg wurde eingerichtet (Stand 12.40 Uhr). 

Informationen zum Fahrbetrieb finden Sie bei der aktuellen Betriebslage der S-Bahn München.

Marc Oliver Schreib/kf

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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