450.000 Haushalte ohne Strom - 1000 Notrufe

Blackout-Protokoll: Der Ticker zum Nachlesen 

Blackout: Nichts ging mehr durch den Stromausfall bei S- und U-Bahn. Zig-tausende Fahrgäste saßen fest, wie am Hauptbahnhof. In Unterföhring brannte ein Umspannwerk. 

München - Ausgefallene Ampeln, Chaos in der U-Bahn: München erlebte am Donnerstag den größten Stromausfall seit 20 Jahren. Hier können sie den Tag im Live-Ticker nachlesen:

+++16.53 Uhr +++ Nach dem großflächigen Stromausfall weist der Netzbetreiber E.ON Netz jegliche Verantwortung von sich. Bis 8.02 Uhr, als der Ausfall in München bereits wieder behoben war, „waren im vorgelagerten 110-Kilovolt-Netz der E.ON Netz keinerlei Störungen oder Betriebsabweichungen zu verzeichnen“, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Bayreuth mit. Es wies damit die „Vermutung der Stadtwerke München“ (SWM) zurück, „ein Fehler im vorgelagerten Netz sei Ursache für den Stromausfall in der Landeshauptstadt München gewesen“.

+++16.31 Uhr +++ Die Stromnetze in Deutschland sind nach Ansicht des Hochspannungsexperten Albert Claudi von der Universität Kassel nicht mehr so sicher wie noch vor 10 oder 20 Jahren. „Wir haben heute nicht mehr die Stabilität im Stromnetz“, sagte er am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in München. Es gebe deutlich mehr Risiken.

+++15.49 Uhr +++ Die Stadtwerke haben mittlerweile das Minutenprotokoll über die Zuschaltung der Versorgung veröffentlicht: • 07:10 Uhr Schwabing • 07:13 Uhr Altstadt-Lehel • 07:15 Uhr Maxvorstadt • 07:17 Uhr Au – Haidhausen • Maschinenstart Kraftwerk Süd zur Netzentlastung • 07:26 Uhr Berg am Laim • 07:27 Uhr Aubing, Lochhausen, Langwied • 07:28 Uhr Hadern • 07:29 Uhr Bogenhausen • 07:30 Uhr Laim • 07:32 Uhr Giesing • 07:32 Uhr Forstenried, Fürstenried, Solln • 07:34 Uhr Perlach • 07:34 Uhr Bogenhausen • Netzumschaltungen zur Netzentlastung im Netz • 07:48 Uhr Pasing • 07:50 Uhr Thalkirchen, Obersendling • 07:54 Uhr Au – Haidhausen • 07:58 Uhr Trudering, Riem • 07:59 Uhr Perlach • 08:00 Uhr Giesing • 08:00 Uhr Moosburg und Umgebung • 08:01 Uhr Maxvorstadt. Ausgefallen war der Strom gegen 7 Uhr.

+++ 15.20 Uhr +++Auf der Website der Stadtwerke gibt es eine Info-Grafik, die den Verlauf des Blackouts darstellt.

So kam der Strom wieder in die Stadt

So kam der Strom wieder in die Stadt

+++ 14.55 Uhr +++Die Stadtwerke haben ein Bild vom Umspannwerk in Bogenhausen veröffentlicht: Es zeigt verkohlte Wände, den zerstörten Transformator.

+++ 14.20 Uhr +++ Auch die Polizei geht in ihrer Presserunde auf den Blackout ein: Erwartungsgemäß sind in der Zeit des Stromausfalls deutlich mehr Anrufe über die 110 eingegangen, als gewöhnlich. Allein zwischen 7 und 9 Uhr seien es rund 1000 Anrufe gewesen. Außerdem war es zu zahlreichen Fehlalarmen gekommen - unter anderem in Banken und bei Juwelieren. Außerdem seien 130 Beamte an den größten Münchner Kreuzungen im Einsatz gewesen, um den Verkehr zu regeln.

+++ 14.15 Uhr +++ Die Ursachenanalyse dauert übrigens an: Die Stadtwerke rechnen damit, dass es bis zu einer Woche dauern wird, bis feststeht, wie es zu dem technischen Ausfall kommen konnte.

+++ 14.10 Uhr +++ Die Lage in der Landeshauptstadt scheint sich zu normalisieren. S- und U-Bahnen fahren wieder, auch die meisten Ampeln sind wieder in Betrieb. Die MVG schickt eine Pressemitteilung zu den Ausfällen herum - demnach betraf der Stromausfall erst sämtliche U-Bahnen. Bis 9 Uhr sei der U-Bahn- und Tramverkehr wieder weitgehend normal gelaufen. Lediglich auf der Linie U3 habe es Lücken bis 10 Uhr gegeben. Besonders traf es die Fahrgäste einer U3 in Richtung Fürstenried: Sie saßen knapp eine Stunde im Untergrund fest. Als nach 45 Minuten die Evakuierung losgehen sollte, konnte die U-Bahn doch weiterfahren.

+++ 12.51 Uhr +++ „Wir vermuten, dass der Schaden aus dem vorgelagerten Netz kommt“, sagte der Geschäftsführer der Münchner Stadtwerke, Stephan Schwarz. Details seien noch unklar.  „Es wird vermutlich eine Stromspitze gewesen sein, die durchgelaufen ist.“ Aus Sicherheitsgründen schalte das Netz in solchen Fällen automatisch ab. Ursächlich war wahrscheinlich ein technischer Defekt um 7.02 Uhr auf einer Freileitung zwischen Unterföhring und Moosburg. Dadurch haben die Stromversorgungssysteme sich sofort automatisch abgeschaltet. In Folge dessen gab es einen Lichtbogen-Überschlag in Unterföhring - es wurde plötzlich hell am Himmel - sowie eine Explosion in einem Umspannwerk in Bogenhausen. Laut Schwarz war der Stromausfall KEINE Folge der Energiwende.

+++ 12.01 Uhr+++ Nach Auskunft der Stadtwerke handelt es sich um den größten Stromausfall in München seit 1992.

+++11.46 Uhr +++ Wie die Feuerwehr mitteilt, sind in der Zeit von 7 bis 9 Uhr bei der Integrierten Leitstelle 1000 Notrufe eingegangen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wurden von der Feuerwehr München rund 50 Einsätze in Zusammenhang mit dem Stromausfall abgearbeitet. Eine Explosion erschütterte ein Umspannwerk in der Elektrastraße. Ob dies die Ursache für den Stromausfall war, kann von Seiten der Feuerwehr nicht sicher gesagt werden.

+++11.40 Uhr+++ Fahrgäste der Linie U3 saßen am Morgen 45 Minuten in einem Zug im Bereich der Aidenbachstraße fest. Das teilten die Stadtwerke auf einer Pressekonferenz mit.

+++11.34 Uhr +++ Für viele Münchner war der Online-Kurznachrichtendienst Twitter die wichtigste Informationsquelle. Bevor die Stadtwerke sich zu Wort meldeten, informierten die Münchner sich gegenseitig per Twitter über den Zustand in ihren Stadtteilen

+++11.21 Uhr+++ Im Gesamtnetz der Bahn im Raum München kommt es noch zu Verzögerungen von bis zu 10 Minuten.

+++11.03 Uhr+++ Nach Auskunft der Stadtwerke ist die Stadt Moosburg mittlerweile wieder am Netz.

+++10.22 Uhr +++ Wie die Stadtwerke mitteilen, ist die Stadt Moosburg immer noch ohne Strom.

+++ 10.14 Uhr+++ Ein User schreibt an die Online-Redaktion: "Ich persönlich fand den Stromausfall super. Grüne Welle in München.(...). Von Starnberg bis Trudering in 35 Minuten. Leider dauerte der Ausfall nicht lang genug, Arbeiten mussten wir dennoch." Hier finden Sie weitere Reaktionen unserer User

+++10.07 Uhr+++ Die Bahn teilt mit: Der Ausfall des öffentlichen Stroms in München hatte indirekt auch Auswirkungen auf die S-Bahn. Auf fünf Tunnelbahnhöfen der Münchner S-Bahn-Stammstrecke stand deswegen für eine halbe Stunde nur die Notbeleuchtung zur Verfügung. Vorsorglich entschied die DB diese Bahnhöfe nicht anzufahren. Verspätungen bis zu 30 Minuten strahlten dadurch auf das gesamte S-Bahn-Netz aus. Der Stromausfall verhinderte auch Durchsagen in den Bahnhöfen.

+++9.58 Uhr +++ Die Stadtwerke München wollen sich noch nicht zur Usache des Stromausfalls äußern. Bislang ist soviel nach Aussage eines Sprechers klar: Zwischen 7 und 8 Uhr war der komlpette Münchner Süden ohne Strom, also rund die Hälfte aller Haushalte im Stadtgebiet. Zu einem Folgestromausfall kam es danach in Bogenhausen und Aubing. In Aubing gibt es derzeit noch Komplikationen.

+++9.05 Uhr +++ Der Grund für den Stromausfall könnte laut Münchner Feuerwehr eine Explosion in einem Umspannwerk eines Hochauses an der Elektrastraße in Bogenhausen gewesen sein. Die Feuerwehr war wegen Rauchentwicklung alarmiert worden. In Folge des Stromausfalls musste die Feuerwehr seit 7 Uhr zu zahlreichen Einsätzen, unter anderem wegen steckengebliebener Aufzüge, ausrücken. Außerdem seien durch den Stromausfall einige Brandmelder angesprungen und hätten Fehlalarme ausgelöst.

+++ 8.40 Uhr +++ Wie die deutsche Bahn berichtet, ist auch der S-Bahn-Verkehr von dem Stromausfall betroffen, da die Tunnel auf der Stammstrecke nicht beleuchtet werden können. Zwischendurch konnten auf der Stammstrecke zwischen Ostbahnhof und Pasing überhaupt keine S-Bahnen fahren, weil die Beleuchtung im Tunnel ausgefallen war. Mittlerweile fahren die S-Bahnen auf der Stammtrecke wieder, die Fahrgäste müssen aber noch mit erheblichenn Verspätungen rechnen. Auch bei der U-Bahn kommt es zu Behinderungen.

+++8.28 Uhr +++ Aktuell meldet die Bahn, dass es aufgrund des vorangegangen Stromausfalls im Stadtgebiet München weiterhin zu Verzögerungen von bis zu 30 Minuten im Gesamtnetz kommt. An den Verkehrsknoten wie Hauptbahnhof, Stachus und Marienplatz warten am Donnertagmorgen tausende Fahrgäste darauf, dass sie an ihr Ziel kommen. In den überfüllten Stationen von S- und U-Bahn werden die Fahrgäste mit Lautsprecherdurchsagen über den aktuellen Stand der Störung informiert.

Chaos nach Stromausfall in München

Blackout in München: Chaos nach Stromausfall

+++ 8.12 Uhr +++ Betroffen vom Stromausfall sind nach bisherigen Erkenntnissen die Innenstadt, Schwabing, Laim, Pasing, Lehel, Giesing, Sendling, Riem und Solln und somit beinahe die gesamte Landeshauptstadt. Menschen berichteten, dass kurzzeitig das Licht heller aufflackerte bevor der Blackout einsetzte. Der Ausfall dauerte in vielen Stadtvierteln bis zu einer Stunde, so erste Meldungen. Andere Haushalte hatten nach 15 Minuten wieder Strom. Eine Betroffene, die in Maxvorstadt wohnt, berichtete davon, dass der Strom in der Zeit von 7 bis 8.05 Uhr komplett aufgefallen war. Aus anderen Stadtteilen meldeten User, dass der Blackout teilweise nur 15 Minuten dauerte.

+++7.15 Uhr +++ Ein User aus Johanneskirchen meldete bei der Online-Redaktion Beobachtungen am Heizkraftwerk Föhring. Es habe am Heizkraftwerk ein Donnern gegeben, dann sei weißer Qualm aufgesteigen. Danach ist der Strom ausgefallen, so der User, der in der Nähe des Heizkraftwerkes wohnt und das Geschehen von seinem Balkon aus beobachtet hat. Durch den Blackout sind in den betroffenen Stadteilen viele Ampeln ausgefallen. An vielen Kreuzungen ist die Polizei im Einsatz, um den Verkehr zu regeln.

vh/lot/ole/kb

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