Bahnstrecken gesperrt, Parks meiden

Sturm tobt in München: So verlief die Nacht

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Ein umgeknickter Laternenpfahl ist am 09.01.2015 in München (Bayern) am Straßenrand im Münchner Stadtteil Bogenhausen zu sehen. Zuvor ist bei einem Sturm ein nahes Baugerüst umgestürzt, das den Metallmast mitriss.

München - Der Sturm in der Nacht auf Freitag war nur ein Vorgeschmack. Während des Tages ging es dann richtig los. Bahnstrecken mussten bereits gesperrt werden, ein Gerüst stürzte ein. Für das Wochenende gibt es Warnhinweise.

Update vom 10. Januar: Das Sturmtief "Elon" hat bei der Feuerwehr in München für viel Arbeit gesorgt. Die Einsatzkräfte mussten im Zeitraum zwischen Freitagabend, 18 Uhr, und Samstagmittag, 11 Uhr, 97 Mal ausrücken. Damit erhöht sich die Anzahl der aufgrund des Sturmes gefahrenen Einsätze auf 218. Zu größeren Schäden sei es in der Nacht aber nicht gekommen, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Samstag. Trotzdem mussten zahlreiche umgestürzte Bäume und Äste, die Gehwege und Fahrbahnen blockierten, beseitigt werden. Auch einer der alten Riesen an der Nördlichen Auffahrtsallee zum Nymphenburger Schloss wurde durch den Sturm gefällt. Lose Dachteile und Werbetafeln, die absturzgefährdet waren, mussten ebenfalls gesichert werden. Außerdem wurden umgestürzte Bauzäune wieder aufgestellt.

An der Radolfzeller Straße drohte am Samstag ein Maibaum umzustürzen. Die Feuerwehr legte ihn vorsichtshalber um.

An der Straßenkreuzung Radolfzeller Straße und Mainaustraße drohte am Samstagmorgen ein Maibaum umzustürzen. Die Feuerwehr legte den Maibaum sicherheitshalber um. Gegen Mittag beruhigte sich die Lage leicht. Die gute Nachricht: Nach bisherigen Erkenntnissen wurden bei dem starken Sturm in München keine Menschen verletzt.

Außerdem hat der Sturm auf einer S-Bahn-Strecke südlich von München eine Oberleitung beschädigt. Der Abschnitt zwischen Wolfratshausen und Schäftlarn blieb am Samstagvormittag zunächst gesperrt. Ein Notteam sei im Einsatz, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Schlechte Nachrichten für alle Skifahrer: Wegen des Sturms bleiben die Skigebiete Zugspitze und Garmisch-Classic am Samstag geschlossen.

In den anderen bayerischen Regionen blieb es in der Nacht weitgehend ruhig. Trotz einiger umgestürzter Bäume seien kaum Schäden entstanden, teilte die Polizei mit.

Bis 18 Uhr musste die Feuerwehr in München 121 Mal ausrücken

121 Einsätze allein bis um 18 Uhr: Am Freitag hielt der Sturm die Einsatzkräfte in München in Atem. Gegen Mittag erreichten die Sturmböen die Stadt.

Mehrere Bäume stürzten auf Gleise, weswegen Bahnstrecken teilweise gesperrt werden mussten.

Die bayerische Schlösser und Seenverwaltung rief dazu auf, sämtliche Parkanlagen meiden. Also: Englischer Garten, Maximiliansanlagen, Schlossgarten Nymphenburg. 

Um 9.24 Uhr meldeten Passanten der Feuerwehr eine in Schieflage geratene etwa 15 Meter hohe Linde in der Wittelsbacher Straße in der Isarvorstadt. Vor Ort wurde sofort der Bereich um den Baum abgesperrt und mit einer Drehleiter zuerst der Baum abgetragen und dann gefällt.

Gegen 12.30 Uhr ist in der Uppenbornstraße in Ramersdorf eine etwa 18 Meter hohe Fichte auf ein Gartenhaus gestürzt und drohte auf die Straße abzurutschen. Der Baum wurde in mehrstündiger Arbeit über eine Drehleiter entastet und mit einem 50-Tonnen-Kran der Feuerwehr von der Hütte gehoben.

Bilder: Orkanböen über München

Sturm reißt komplettes Baugerüst in Bogenhausen nieder

Ein besonders langwieriger Einsatz ereignete sich um 13.48 Uhr in der Ismaninger Straße in Bogenhausen. An einem Altbau hatte sich gegen 14 Uhr das komplette Baugerüst gelöst. Das 22 Meter breite und 18 Meter hohe Gestell stürzte quer über die Ismaninger Straße und riss sowohl die Oberleitung der Trambahn als auch die Straßenbeleuchtung herab. Verletzt wurde niemand. Die Straße war komplett gesperrt, die Feuerwehr war stundenlang beschäftigt, die Konstruktion zu beseitigen. Die Stadtwerke/MVG müssen nun die Beleuchtung und Oberleitung reparieren.

Die Tramlinie 16 wurde zwischen Isartor und Herkomerplatz in beide Richtungen über die Linie 18 umgeleitet. Zwischen den Haltestellen wurde außerdem ein Ersatzverkehr mit Taxis und Ersatzbussen eingerichtet. Die Störung war erst um ca. 18.40 Uhr beendet. 

An dem Haus, der Hausnummer 126, war im März 2013 schon einmal ein Baugerüst umgestürzt. Auch damals wurde glücklicherweise niemand verletzt.

Über eine umgefallene Fichte in der Friedrich-Eckart-Straße in Bogenhausen ging um 14.26 Uhr eine Meldung bei der Leitstelle München ein. Der Baum war dabei auf das Dach eines stehenden Opel Corsa zweier etwa 25 Jahre alten Frauen gefallen. Die Beiden kamen bei dem Unfall glücklicherweise mit dem Schrecken davon. Vor Ort wurden sie durch die Besatzung eines Rettungswagens untersucht

In der Hirtenstraße in Ottobrunn fiel eine umstürzende Fichte in eine Stromleitung und riss ein großes Loch ins Dach eines dreigeschossigen Wohnhauses. Die Feuerwehr versuchte im anhaltenden Sturm, ein Notdach in Form einer mehreren hundert Quadratmeter großen Plane mit einer Drehleiter aufzubringen. Gerade als das Werk vollendet schien, riss eine heftige Böe die Plane erneut ab. Die Feuerwehr wollte das Loch hinterher in aufwändigerer Handarbeit, möglicherweise mit einer kleineren Plane schließen.

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kb/pak/my/dpa

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