Hoher Schaden für Krankenkasse

740 Schmerzpflaster auf Rezept - Mann muss vor Gericht

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Joachim S. (55, r.) wird in Handschellen ins Gericht geführt.

München - Ein Mann ist süchtig nach Schmerzpflaster und lässt sie sich von verschiedenen Hausärzten verschreiben. Der Krankenkasse entsteht ein großer Schaden.

740 Schmerzpflaster. Verschrieben vom Hausarzt, bezahlt von der Krankenkasse, konsumiert von Joachim S. (55). Er stand gestern wegen unerlaubten Drogenhandels und -besitzes vor Gericht. Heraus kam aber: Er handelte nicht, sondern wurde süchtig von den Pflastern, die 20 Mal stärker wirken als Heroin. "Ärzte verschreiben Fentanyl-Pflaster mit lockerer Hand und verdienen auch noch daran", sagt Verteidiger Alexander Betz. 

"Am Ende heißt es dann oft, die Patienten hätten die Ärzte getäuscht." Laut Anklage war Joachim S. bei 99 Münchner Ärzten vorstellig und löste die Rezepte in Apotheken ein. Der Krankenkasse entstand 12 500 Euro Schaden. Urteil am 18. April.

Andreas Thieme

Andreas Thieme

Andreas Thieme

E-Mail:Andreas.Thieme@tz.de

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