Ein halbes Jahr kein Platz an der Sonne für die Münchner

Tambosi: Neuer Wirt startet frühestens im Sommer 2017

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Bei Münchnern und Touristen beliebt: Das Café Tambosi.

München - Das Kaffeehaus Tambosi schließt zum Jahresende. Danach wird das Traditionscafé am Odeonsplatz laut Eigentümerin mindestens ein halbes Jahr geschlossen bleiben. Es soll wieder ein Gastro-Betrieb einziehen.

Ende des Jahres ist Schluss für die Tambosi-Wirte Andrea und Frank Waldecker. Der Platz an der Sonne für die Münchner wird danach mindestens ein halbes Jahr geschlossen bleiben, wie die tz nun erfuhr. 

Der Grund für das Aus: Der Mietvertrag des Wirte-Paares läuft Ende 2016 aus - und es stünde laut seinen Angaben nach einer Sanierung eine üppige Mieterhöhung ins Haus. Eigentümerin der Immobilie ist die zur Inselkammer-Gruppe gehörende Inka Odeonsplatz GmbH & Co. Kg. 

Auf tz-Anfrage teilte die Geschäftsführung mit, das Tambosi werde wegen einer gründlichen Sanierung innen und außen nach Jahresende „einige Monate geschlossen“. An eine Wiedereröffnung sei frühestens im Sommer 2017 zu denken.

Das Objekt werde als Gastronomie-Betrieb wiedereröffnet. Es sei ausdrücklich keine System-Gastronomie wie beispielsweise Starbucks angedacht. Wer der neue Pächter wird, sei noch nicht entschieden.

Wer übernimmt also das Tambosi? Diese Frage bekommen die Noch-Wirte jeden Tag dutzende Male von Gästen gestellt. „Aber wir haben auch nur die Info, dass nichts feststeht“, so Andrea Waldecker. 

Der neue Pächter könnte nach tz-Informationen noch dieses Jahr verkündet werden. Und auch einige bekannte Namen tauchen in Sachen Tambosi immer wieder auf. Etwa Promi-Wirt Ugo Crocamo (H’Ugo’s Pizza-Bar-Lounge). Er selbst verneint ein Interesse. „Ich habe derzeit genug zu tun.“ 

Auch Feinkost-König Michael Käfer, Weinzelt-Wirt Stephan Kuffler, oder Gastro-Original Hugo Bachmaier winken ab. 

Der Fall erinnert an den Nockherberg: Seit Frühjahr steht fest, dass Wirt Peter Pongratz nach dem Starkbieranstich 2017 aufhört. Einen Nachfolger hat die Paulaner-Brauerei bisher nicht präsentiert. Gemunkelt wird viel, der wohl aussichtsreichste Kandidat: Christian Schottenhamel (Löwenbräukeller). „Die Brauerei und ich verhandeln noch.“ 

Eine echte Institution

Das Tambosi ist für mich eine echte Münchner Institution. Es hat diesen gewissen Charme, den eine Kaffeehauskette nicht mitbringen kann. Viele Kaffeepausen habe ich in diesem schönen Café verbracht. Auch das kulturelle Angebot ist toll. All das werde ich vermissen!

Manuela Posch (55), Notargehilfin, München

Es stirbt ein Stück München

Ich habe meinen Kaffee schon hier getrunken, da hieß es noch Café Anast. Seit über 20 Jahren komme ich hierher. Wenn das Tambosi schließt, stirbt ein Stück München. Die Atmosphäre ist so ursprünglich und authentisch - typisch München eben. Die Tradition sollte erhalten werden. 

Peter Bystron (44), Unternehmer, München 

Gerüchte über neuen Pächter

Der Platz in der Sonne vor dem Café ist einmalig. Wir waren schon öfters dort. Wir finden es schade, dass es schließt. Gerüchten zufolge soll nun ein Schickimicki-Laden reinkommen, das würde den ganzen Flair zerstören.

Boris (34) und Christina (29) Vortkamp, München 

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