Vom Sparschwein-Schuft bis Messerstecher

Tatort München: Diese Fälle beschäftigen die Polizei

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Hier fanden die jeweiligen Verbrechen Stadt.

München - Von offensichtlich gut organisierten Kürbiskassen-Dieben bis hin zur lebensgefährlichen Messerstecherei haben Münchens Polizisten zuletzt die unterschiedlichsten Einsätze bewältigt. Tatort München - ein Überblick:

Oft helfen aufmerksame Zeugen der Polizei. Manchmal haben die Beamten einfach ein gutes Bauchgefühl. Und ein bisschen Glück gehört natürlich auch immer dazu. Von offensichtlich gut organisierten Kürbiskassen-Dieben bis hin zur lebensgefährlichen Messerstecherei haben die Polizisten in der Großstadt in den letzten Tagen die unterschiedlichsten Einsätze bewältigt. Tatort München:

1. Zeitungsausträger in Allach verprügelt

Auf seiner Runde durch Allach geriet ein Zeitungsausträger (22) am Donnerstag um 3.50 Uhr unter die Räuber. In einem Innenhof an der Vogelloh sah er sich plötzlich umzingelt von drei Männern, die „Money, money, money!“ forderten. Der Austräger hatte aber überhaupt kein Geld dabei. Er wurde auf den Hinterkopf und in die Seite geschlagen. Die drei jungen Männer – vermutlich Südosteuropäer mit dunklem Teint – konnten entkommen.

2. Einbrecher gefasst

Wohin fährt ein rumänisches Auto am hellen Nachmittag auf der für den Verkehr gesperrten Teil der Tivolistraße in den Englischen Garten? Das wollten zwei Polizeireiter am Dienstag um 16.20 Uhr von den drei Insassen wissen. Die Antwort fiel nicht überzeugend aus. Die Polizisten schauten in die Papiere. Volltreffer: Der Fahrer (28) wurden mit Haftbefehl wegen Einbruchs gesucht. Die anderen beiden durften weiterfahren.

3. Trio plündert Kürbiskassen

Eine speziell gebogene Zange und zerfetzte Geldscheine führte die Polizei auf die Spur von Kürbiskassen-Dieben. Die drei Rumänen – eine Frau und zwei Männer – wurden am Samstag um 1.15 Uhr zufällig in Garching-Hochbrück von der Polizei kontrolliert. 800 Euro und etwas Marihuana wurden beschlagnahmt. Mittlerweile steht fest, dass das Trio auch in Österreich Feldkassen plünderte.

4. Raub-Opfer niedergestiefelt

Wirklich vorbildlich, dieser Zeuge: Im Vorbeifahren sah ein 20-Jähriger Donnerstagfrüh kurz nach Mitternacht an der Bushaltestelle Ludwigsfelder Straße (Moosach), wie drei Männer um einen am Boden liegenden Gärtner (47) herumstanden. Einer

trat gerade brutal das wehrlose Opfer

. Der 20-Jährige rief sofort den Notruf 110 und wendete. Die Täter waren da schon geflüchtet. Der beraubte Gärtner – ihm fehlt der Gelbeutel – wurde in die Klinik gebracht.

5. Passanten retten Frau im Park

Drei nächtliche Spaziergänger verhinderten am Sonntag um 1 Uhr nachts eine Vergewaltigung im Alten Botanischen Garten. Sie sahen, wie ein betrunkener Pakistani versuchte, einer 44-Jährigen mit Gewalt die Hose herunterzuziehen. Die Zeugen schritten ein, befreiten die Frau und hielten den Mann fest, bis die Polizei kam. Der Pakistani hatte zwei Promille und landete bis auf Weiteres in der Haftzelle der Polizei.

6. Messerstiche: Rocker stellt sich Polizei

Hells Angel Lothar H.

Der Polizei ist er als Intensivtäter bekannt, jetzt hat Hells Angel Lothar H. (53) wieder zugeschlagen. Am Wochenende war der Rocker in eine Prügelei in der Ludwigsvorstadt verwickelt. Ein Opfer blieb mit schweren Stichverletzungen zurück. Es steht sogar versuchter Totschlag im Raum. Am Montag – nur 24 Stunden nach dem blutigen Vorfall – stellte sich Lothar H. zusammen mit seinem Anwalt der Polizei. Dort gestand er, mit der Schlägerei etwas zu tun zu haben, von Messerstichen will er aber nichts wissen.

An der Prügelei in der Schwanthalerstraße an der Kreuzung zur Schillerstraße waren laut Polizei insgesamt sieben Personen beteiligt. Warum es dort zum Streit kam, ist unklar.

7. Sparschwein-Gauner

Er bedrohte einen Koch auf offener Straße wegen eines Sparschweins – gefüllt mit 60 Euro. Am Dienstag hatte sich ein Unbekannter in eine Pizzeria in Haidhausen geschlichen und die Trinkgeldkasse des Küchenpersonals gestohlen.

Manuel Quaranta (30, l.) ist Juniorchef von l’Angolo della Pizza und noch immer stinksauer über den dreisten Dieb, der diese Woche sein Lokal in der Breisacher Straße heimsuchte. Es war gegen 21.30 Uhr, die Pizzeria brechend voll. „Bei 200 Gästen verliert man schnell mal den Überblick, was vorne am Tresen passiert“, sagt der Italiener. Schon vor einem Dreivierteljahr hatte es in seinem Restaurant einen ähnlichen Vorfall gegeben. Den Täter hat man bis heute nicht geschnappt.

Wenig Hoffnung machten sich Quaranta und seine Mitarbeiter auch an diesem Dienstag, als ein schmächter Mann mit dem Sparschwein unter dem Arm aus der Pizzeria rennt. Erst nach Ladenschluss, als sich der Küchenchef auf den Nachhauseweg Richtung Ostbahnhof machte, entdeckte er den Gauner zufällig auf der Straße – das Sparschwein hatte der Mann in ein graues T-Shirt gewickelt. Damit holte der dreiste Dieb plötzlich aus und schleuderte es in Richtung des Küchenchefs! Bei der Aktion verlor er sämtliches Münzgeld. Als der Täter auch noch ein Küchenmesser zückte, machte sich der Küchenchef aus dem Staub.

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