Wer von der Messe profitiert

Taxler, Hoteliers, Puff-Betreiber: Das Geschäft mit der Bauma

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Die Bauma in München: Allein 40 Kräne sind in Riem ausgestellt.

München - Zur Mega-Messe Bauma werden mehr als eine halbe Million Besucher erwartet. Die tz zeigt, wer von der Messe profitiert und worauf Pendler im Berufsverkehr achten müssen.

Die Stadt ist im Ausnahmezustand! Firmen aus 60 Ländern zeigen auf 605.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche, was sie im Sortiment haben. Allein die Firma Liebherr benötigte über 200 Schwertransporte für den Aufbau. Doch nicht nur die Aussteller machen Geschäfte: Münchens Taxler, Hoteliers und sogar Bordell-Betreiber reiben sich die Hände über das Geschäft mit der Bauma.

Hotels

Nathalie Menne und Rainer Mauer.

Komplett ausgebucht, seit Monaten. „Bei uns rattern ständig E-Mail-Anfragen für diese Woche rein“, sagen Nathalie Menne und Rainer Mauer, Geschäftsführer des Hotels Brunnenhof. Nicht mal während der Wiesn sind die Hotels der Stadt so schnell ausgebucht wie während der Bauma. „Stressiger wird es für uns aber nicht. Normalerweise haben wir Familien, jetzt sind es Einzelzimmer­buchungen von Geschäftsleuten“, so Menne. Die Münchner Übernachtungspreise haben sich für die kommenden Tage verdoppelt bis verdreifacht. Im Belle Blue Hotel Garni wenige Meter weiter sagt Rezeptionist Tsikos Doxandri zu zwei Kunden: „Es tut mir leid, diese Woche ist teuer.“ Am Sonntag kostete hier das Doppelzimmer 356 Euro, am heutigen Montag sind es bereits 796 Euro. „Damit lassen sich weniger gefragte Zeiten ausgleichen“, so Menne.

Taxler

Nuri Kaganaslan weiß, wo er an diesem Montagmorgen auf seine Kunden warten muss: vor den Hotels. Schon lange arbeitet der 49-Jährige als Taxifahrer in München. Der Mann hat also Erfahrung, wie sich die Bauma auf das Taxi­geschäft auswirkt. „Da sind wir von morgens bis abends durchwegs beschäftigt. Würde es nach mir gehen, könnte die Bauma ruhig noch drei Wochen länger dauern“, lacht der Taxler. Zwar lief das Bauma-Geschäft für seine Branche vor sechs Jahren noch viel besser, sagt er – weil es damals weniger Shuttle-Services und Autovermieter gab. Trotzdem sind die ­Arbeitstage während der Messe nach wie vor die intensivsten im Jahr. „Zu viel Stress? Von wegen! Ich freue mich auf die nächsten Tage“, sagt Kaganaslan.

Bordelle

Auch das Rotlicht-Gewerbe hat für die Bauma vorgebaut: „Man rüstet sich“, sagt Michael H., Manager im Pascha. Aus anderen Etablissements aus Köln oder Österreich gab es im Vorfeld Anfragen von Frauen, die während der Messe in München arbeiten wollen. „Und die brauchen Zimmer und müssen versorgt sein“, sagt H. Er rechnet mit einem enormen Ansturm auf das Bordell. „Aus aller Welt kommen Menschen zu uns, und in einigen Ländern ist es üblich, Geschäftsabschlüsse auch in Nachtclubs zu feiern.“ Dazu muss das Pascha auch deutlich mehr Spirituosen kaufen. Die Preise jedoch bleiben gleich. „Wir machen solche Neppereien nicht mit. Hier wird niemand über den Tisch gezogen.“

MVG: So vermeiden Sie das Chaos

Die Münchner Verkehrsgesellschaft ist gerüstet für den Ausnahmezustand: Wegen der Bauma verstärkt die MVG den U-Bahn-Takt der U2 an allen sieben Tagen. Zudem gibt es erstmals einen zusätzlichen Busshuttle-Service ab dem S-Bahnhof Trudering. Weiter wird die U7 Montag- bis Freitagmorgen ab circa 8 Uhr auch zur Messe fahren und nicht nur bis nach Neuperlach Zentrum.

Die MVG empfiehlt Messe-Besuchern, wegen der absehbaren Engpässe auch alternative Reisemöglichkeiten zu nutzen – etwa den Airport-Shuttle der Messe München oder die S-Bahnlinie 2 bis Riem: Vom S-Bahnhof Riem ist der Fußweg zur Messe ausgeschildert. Alternativ können Messebesucher auch die Stadtbus-Linie 190 nutzen.

Engpässe, so die MVG, sind dennoch unvermeidbar. Tipp: Erst gegen 9.30 Uhr aufbrechen! Denn vor allem im Berufsverkehr darf man mit extrem vollen Zügen rechnen. Es kann sogar zur Sperrung einzelner Bahnhöfe kommen.

O. Kortas, S. Karowski

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