Ein Stück Sollner Tradition verschwindet

Café Kustermann schließt und wird abgerissen

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Thomas Ritz muss sein Café Kustermann schließen.

München - Am 17. April um 18 Uhr wird Thomas Ritz (50) sein Café Kustermann in Solln zusperren – für immer. Dann geht wieder einmal ein Stück Tradition in München verloren.

Denn das einst so beliebte Ausflugsziel der Münchner soll abgerissen werden. Nach 85 Jahren heißt es: Café ade!

Nachdem Karl Ludwig Kustermann 1887 sein Café in der Lindwurmstraße gegründet hatte, wurde 1931 ein zweites Café in Solln eröffnet. In den 80ern fing der Münchner Thomas Ritz dort als Lehrling an. Höchst erfolgreich: Seit 1994 führt der Konditormeister nun mit Frau Sandra die Geschäfte in Solln und konnte 2004 auch das Stammhaus in der Stadt mieten.

Jetzt aber sieht die Zukunft schwarz aus: „Wir haben von der Hausverwaltung die Kündigung erhalten“, sagt Ritz (50). „Wir haben versucht, den Mietvertrag zu verlängern, aber das hat nicht geklappt.“ Der Münchner musste 28 von seinen etwa 50 Mitarbeitern entlassen, mit etwa 20 wird er im Café an der Lindwurmstraße weiterarbeiten. „Für meine gekündigten Mitarbeiter tut es mir sehr leid.“ Auch seine Kunden waren geschockt. „Zum Teil sind sie bereits als Kinder hier gewesen, kommen jetzt mit ihren Enkeln“, sagt Ritz. „Eine ältere Dame fing an zu weinen, als sie vom Auszug hörte.“

Was aus dem Gelände an der Wolfratshauser Straße wird, weiß der Konditor nicht genau. Zum Café mit Backstube gehöre ein Restaurant, eine Villa und einige Anbauten. Ritz: „Das Vermessungsamt war bereits hier. Anscheinend soll fast alles abgerissen und neue Wohnungen gebaut werden.“ Darüber aber wollten sich weder Hausverwaltung noch die Eigentümer auf tz-Anfrage äußern.

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