Beschluss im Stadtrat

Große Pläne für den Ratzingerplatz

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Gilt als Schandfleck: Der Ratzingerplatz ist noch äußerst öde.

München - Problemfall Ratzingerplatz: Der Stadtrat stimmt für ein neues Quartierzentrum – bis zum Bau werden aber noch Jahre vergehen.

Der Ratzingerplatz in Obersendling gehört zu jenen Orten in München, die nicht gerade zum städtebaulichen Ruhm der Stadt beitragen. Er gilt als Schandfleck. Über die Zukunft der verkehrsumtosten Kreuzung und ihrer Umgebung wurde in den vergangenen Jahren viel nachgedacht und diskutiert. Nun hat der Stadtrat die Weichen für die Verschönerung des Platzes gestellt. Er hat einen Grundsatzbeschluss gefasst, der ein lebenswertes Quartierszentrum vorsieht. Bis zum Baustart werden aber noch etliche Jahre vergehen.

Die Umgestaltung des rund 13,2 Hektar großen Gebiets ist mehr als nötig. Nicht nur aus optischen Gründen. Der Stadtteil wächst rasant, allein in Obersendling entstehen in den kommenden Jahren mehrere Tausend neue Wohnungen. Eine Entwicklung, die neue Infrastruktur und urbane Aufenthaltsräume erfordert. Der Beschluss des Stadtrats trägt dem Rechnung. Er sieht nicht nur eine breite Promenade entlang der Boschetsrieder Straße, eine neue Nutzung der alten Zeppelinhalle, Wohnungen und Flächen für Geschäfte, Gastronomie sowie soziale und kulturelle Einrichtungen vor. Zudem sollen östlich der Aidenbachstraße eine Grundschule und an der Gmunder Straße ein Gymnasium entstehen.

Den Ratzingerplatz als Bildungsstandort ins Gespräch gebracht hatte der Bezirksausschuss 19 (Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln). Er erreichte damit, dass bisherige Planungen angepasst wurden. „Bei den Schulen wird ein spannendes und innovatives Konzept verfolgt“, erklärt dazu der SPD-Stadtrat Christian Amlong. Denn die Sportflächen seien auf den Dächern geplant. Amlong beurteilt den Beschluss insgesamt als sehr positiv. Er werde zu einer deutlichen Aufwertung des Gebiets führen. „Der eigentliche Quartiersplatz soll an einer ruhigeren Stelle sein – an der Zeppelinhalle, die eine neue Funktion als Markthalle finden könnte.“ Derzeit nutze das Baureferat das Grundstück noch für seinen Winterdienst. Es müsse nun rasch einen Ersatzplatz finden, um eine Umsetzung zu ermöglichen.

Geplant ist auch, dass die Park&Ride-Anlage an der Aidenbachstraße neu gebaut und vergrößert wird. Künftig soll sie Platz für fast 400 statt 190 Autos bieten. Allerdings ist Geduld gefragt: Vor 2020 werden wohl keine Bagger anrollen.

Brigitta Wenninger

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