Forstenrieder Park

Hund mit Spray attackiert - Besitzerin schockiert

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Wieder wohlauf: Cleo hat die Spray-Attacke überstanden, wenn auch mit einem Schrecken.

München - Marta R. kann es nicht glauben: Bei einem Spaziergang mit Hündin Cleo zieht ein Mann ein Spray aus der Tasche und zielt in das Gesicht des Vierbeiners. Der Täter geht weiter, als wäre nichts gewesen.

Es geschah am hellichten Tag. Nein, diese Geschichte hat nichts mit Friedrich Dürrenmatts Krimi-Klassiker „Das Versprechen“ zu tun. Es ist der Anfang einer wahren Begebenheit, die sich jüngst im Forstenrieder Park abspielte.

Es war gegen 15 Uhr, als die Münchnerin Marta R. mit ihrer Labradorhündin Cleo spazieren ging. In dem Park geht die Hundebesitzerin auch oft Joggen. Cleo lief einige Meter frei vor ihr, als ihr ein Mann entgegen kam. Der Hund lief weiter, als der Unbekannte Marta R. ansprach, sie solle den Hund lieber an die Leine nehmen, er könnte auch erschossen werden. Daraufhin sei Cleo - neugierig wo ihr Herrchen denn bleibt - umgekehrt, und habe den Mann an seiner Jacke angeschnüffelt.

Dann passierte es ohne Vorwarnung, wie die Hundebesitzerin berichtet: Der Mann zieht ein schwarzes Spray ohne Etikett aus der Tasche und sprüht der Hündin direkt ins Gesicht. Cleo wirft sich auf den Boden, versucht die Flüssigkeit mit ihren Pfoten aus den Augen zu wischen. Der Unbekannte geht wortlos weiter. „Ich habe geschrieen wie am Spieß“, sagt R. Doch der Täter geht seelenruhig weiter, ohne sich einmal umzudrehen.

Ohne sich umzudrehen, ging der Unbekannte nach dem Angriff weiter. Das Bild hat die Hundebesitzerin am Tatort im Forstenrieder Park aufgenommen.

R. ruft einen befreundeten Tierarzt an, der ihr rät, in einer Bäckerei stilles Wasser zu kaufen, um die Flüssigkeit aus den Augen des Hundes zu spülen. Dann setzt sie einen Notruf bei der Polizei ab. Am Abend erstattet sie bei der Polizeiinspektion Planegg eine Anzeige gegen den Unbekannten. Dort werde derzeit nach dem Täter ermittelt, sagte ein Polizeibeamter auf Nachfrage. Weitere Spray-Attacken auf Hunde seien dort bisher nicht bekannt.

Grundsätzlich seien Angriffe auf Hunde für die Polizei kein großes Thema, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München. Bei einer Attacke auf einen Vierbeiner handle es sich um eine „Sachbeschädigung“. „Es ist nicht so, dass wir täglich Angriffe haben, das ist eher seltener der Fall“, sagte der Sprecher.

Auch beim Kreisverwaltungsreferat München (KVR), das ein eigenes Sachgebiet „Tier“ hat, sind in den vergangenen zwei Jahren laut eigener Aussage nur jeweils ein Fall bekannt, bei dem zur Abwehr eines Hundes ein Pfefferspray oder ein Tierabwehrspray verwendet wurde. 

R. hat inzwischen auch den Tierschutzverein sowie eine Planegger Hundeschule verständigt, um möglichst viele Hundebesitzer vor dem Unbekannten zu warnen. Für die Hundebesitzerin ist jedenfalls ganz klar: Sie nimmt ihren Hund zur Seite, wenn sich ein Spaziergänger unwohl fühlt und dies wünscht.

Die zweijährige Cleo ist inzwischen wieder wohlauf. Die Schleimhäute des Hundes waren nach dem Angriff sehr gereizt, sagt R. Es bleibt jedoch ein ungutes Gefühl zurück. „Mir ist mulmig, wenn ich da jetzt spazieren gehe“, sagt R..

Für die Münchnerin ist und bleibt es einfach ein Rätsel, wie jemand einem Tier bewusst solche Schmerzen zufügen kann.

So beschreibt die Hundebesitzerin den Unbekannten:

Der Mann ist etwa 55 bis 60 Jahre alt, 1,80 bis 1,85 Meter groß und schlank. Er hatte eine Jeans, eine olivgrüne Parka-Jacke und einen schwarzen Kapuzenpulli an.

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