Ex-Philip-Morris-Werk in Obersendling

In Sendling: So wird Münchens neue Freestyle-Halle

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Sabine Schmalschläger ist begeistert von dem Standort. Er sei einfach perfekt, schwärmt die Initiatorin des Projekts. Ab Mai sollen die Bauarbeiten beginnen.

München - Skateboarden, BMX-Fahren, Klettern: Münchens erste Freestyle-Halle soll all das vereinen. Doch das „GravityLab“ wird nun doch nicht im Werksviertel gebaut – was auch am Konzertsaal liegt. Die Halle entsteht in Sendling.

Die Macher sind begeistert von der kreativen Umgebung und wollen schon im Juli eröffnen. Seit Sommer 2015 lag das Projekt auf Eis. „Alles stagnierte“, sagt Initiatorin Sabine Schmalschläger über die geplante Freestyle-Halle nahe der Plinganser Straße. Schon seit Februar hätte man im Werksviertel in Berg am Laim eigentlich BMX-Fahren, Skaten und Klettern können sollen – ganz unabhängig vom Wetter. Doch daraus wurde nichts. Schmalschläger berichtet von großen Unsicherheiten, was den Bebauungsplan für das Areal betrifft – dazu kam die jahrelange Baustelle, die wegen des Konzertsaals zu befürchten ist.

Schmalschläher suchte schließlich eine Alternative – und fand sie jetzt in Sendling. Auf dem rund 60.000 Quadratmeter großen Gelände der früheren „Königlich Bayerischen Hofzigarrenfabrik“, dem späteren Philip-Morris-Werk. Hier sind nach einer Komplett-Sanierung Mietflächen für Büro und Produktion entstanden. Seit 2010 haben sich darin zahlreiche kreativ arbeitende Unternehmen niedergelassen. Für Schmalschlägers Indoor-Freestyle-Zentrum steht eine 17.000 Quadratmeter große, sanierte Halle ohne störende Säulen zur Verfügung. „Mit der WerkStadt Sendling ist jetzt endlich der perfekte Standort für das GravityLab gefunden“, sagt Sabine Schmalschläger.

Die Vorzüge des Areals seien in vielerlei Hinsicht günstig: Ein kreatives Umfeld, die Neuhof-Schulen in unmittelbarer Nachbarschaft, ebenso Kindergärten und Kinderkrippen, viele junge Bewohner sowie eine ideale Anbindung an S- und U-Bahn – schon heute die ideale Infrastruktur für das innovative Sportprojekt. „Es ist so wie das Werksviertel mal irgendwann sein soll, aber eben schon fertig und nicht von Baustellen umgeben“, schwärmt Schmalschläger für die Vorzüge des Standorts in Sendling.

So soll sie aussehen, die 17 000 Quadratmeter große Freesstyle-Halle in Sendling auf dem ehemligen Gelände der „Königlich Bayerischen Hofzigarrenfabrik“ (später Philip- Morris-Werke). In der Halle sollen wetterunabhängig verschiedene Freestyle- Sportarten betrieben werden, etwa Skateboarden, Mountainbiken oder Klettern.

Ab 1. Mai steht Schmalschläger die Fläche zur Verfügung, dann soll es ruck-zuck gehen. Schon im Juli soll Eröffnung sein. „Endlich!“ Auch der Eigentümer und Vermieter der „WerkStadt“ ist hocherfreut. Mit dem Konzept für eine Freestyle-Halle könne man einen kreativen und innovativen Akzent für die weitere Entwicklung des Quartiers setzten, so der Geschäftsführer der Investa Immobiliengruppe, Volker Dittmeier. Das GravityLab stelle eine ideale Ergänzung für bereits auf dem Campus befindliche Mieter aus dem Sport- und Entertainment-Bereich dar.

Beim GravityLab handelt es sich um eine auf das Training von Freestyle-Sportarten zugeschnittene Halle, die Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, aber auch Profi-Athleten ein ganzjähriges, wetterunabhängiges Training ermöglicht. Klassische Outdoor-Aktivitäten wie Mountainbike, BMX, Freestyle Akrobatik, Slackline, Skate, Klettern, Parkour und mehr werden mit Indoor-Training kombiniert. Und zwar so, dass sich beim Einstudieren der Sprünge und Tricks niemand weh tut.

Die Ausstattung besteht aus den innovativsten, am Markt verfügbaren Sportgeräten. So gibt es unter anderem eine Trampolinlandschaft inklusive Supertramp mit Airbag für ein sicheres Trainingsumfeld, dazu eine professionelle Turn-, Akrobatik- und Parkour-Infrastruktur sowie eine Big-Air-Rampe mit Airbag für weiche Landungen. München gilt als Herz der Freestyle-Szene in Europa.

Doch ab einem bestimmten Leistungsniveau mussten ambitionierte Freestyler bislang für ein professionelles Training auf Angebote in den USA zurückgreifen, weil es in Deutschland keine entsprechende Einrichtung gab. Inzwischen gebe es Sportarten, die ein neuartiges Angebot an Sportstätten bräuchten, sagt Schmalschläger. „Freestyle-Sport hat sich zu einer Ikone der Jugendkultur entwickelt, es gibt Millionen von Anhängern weltweit und die Nachfrage ist ungebrochen.“ Die aktuellen Angebote auf dem deutschen Markt würden diese außergewöhnlichen Zuwachsraten in den betreffenden Sportarten bislang nicht reflektieren.

Carmen Ick-Dietl

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