Aus dem Tierpark Hellabrunn

Przewalskipferd Pan Tau wird Landschaftspfleger in Augsburg

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München - Leben in einem naturnahen Gehege, fast wie in freier Wildbahn, das darf jetzt das Hellabrunner Przewalskipferd Pan Tau. Das lebt nun in einem Landschaftspflegeprojekt in Augsburg. 

Wie der Tierpark mitteilt, verstärkt seit dem 12. Oktober ein neues Przewalskipferd aus dem Tierpark Hellabrunn die Wildpferdgruppe des Landschaftspflegeverbands Stadt Augsburg im Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg.

Dort sorgen die Przewalskipferde bei einem Beweidungsprojektes mit ihrem Fraßverhalten dafür, Heide und Kiefernwald offen zu halten und damit den Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

Nützlich als Landschaftspfleger: Przewalskipferde.

Der Münchner Tierpark engagiert sich seit Jahren für den Auf- und Ausbau der Semireserverate für Przewalskipferde. Nun komplettiert Pan Tau als erstes Wildpferd aus Hellabrunn die Przewalskipferd-Gruppe im Stadtwald Augsburg. Nachdem es bereits im letzten Jahr einige Wechsel in der Gruppe gab, freut sich Norbert Pantel, der zuständige Projektleiter beim Landschaftspflegeverband Stadt Augsburg, das mit Pan Tau nun der letzte Neuzugang angekommen ist. „Mit fünf Przewalskipferden erreichen wir die erwünschten Beweidungseffekte ohne Zufütterung im Winter“, so Pantel.

Koordiniert wurde der Austausch vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Przewalskipferde, das Zucht- und Tauschempfehlungen gibt, um die maximal mögliche genetische Vielfalt in der Population zu gewährleisten. Im Przewalskipferd-EEP sind 73 Haltungen in Europa mit zurzeit etwa 700 Pferden zusammengefasst.

Zehn dieser Haltungen sind, wie auch in Augsburg, sogenannte Semireservate, das heißt, großflächige Anlagen, auf denen die Tiere naturnah gehalten werden. Zusätzlich zur Gruppe im Tierpark sind Hellabrunner Przewalskipferde als Landschaftspfleger auch in den Semireservaten in Tennenlohe, Hanau, Gießen und im ungarischen Nationalpark Hortobagy eingestellt.

„Zudem unterstützen wir im Erhaltungszuchtprogramms auch wichtige Grundlagenforschung. So finanzieren wir aktuell eine umfangreiche genetische Studie über Przewalskipferde“, erklärt hristine Gohl, Leitende Tierärztin in Hellabrunn und tiermedizinische Beraterin des Erhaltungszuchtprogramms für Przewalskipferde. Im Tierpark Hellabrunn leben derzeit sechs Przewalskipferde, davon vier Stuten.

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