Um 2.28 Uhr gingen in Hellabrunn die Lichter aus

Tierpark knabbert ganzen Tag am Kurzschluss - Übeltäter beerdigt

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Techiker mussten ein ganzes Kabel austauschen.

München - Um 2.28 Uhr gingen im Aquarium im Tierpark Hellabrunn die Lichter und die Pumpen aus. Ein Stromausfall sorgte für Stillstand. Der Übeltäter überlebte den Vorfall nicht.

Er war doch nur neugierig. In der Nacht zum Mittwoch huschte ein wilder Siebenschläfer von der Isar in das bunte Stromhäuschen des Tierparks Hellabrunn, kletterte zwischen den Kabeln hin und her – und löste damit ein riesiges Chaos aus! Das Tier hat einen Stromausfall verursacht, die Tore in Hella­brunn blieben am Mittwoch den ganzen Tag für Besucher geschlossen.

Ein Siebenschläfer hat im Stromhäuschen einen Kurzschluss ausgelöst.

Um 2.28 Uhr gehen im Aquarium die Lichter und die Pumpen aus. „Der Siebenschläfer ist über ein spannungsführendes Teil im Schaltkasten gelaufen und hat so den Stromkreislauf überbrückt“, erklärte ein Mitarbeiter der Stadtwerke am Mittwoch vor Ort. Die Folge: ein Kurzschluss, nichts geht mehr in einem Teil des Tierparks! In den frühen Morgenstunden bemerkt das der Sicherheitsmann, sofort übernimmt das Notstromaggregat die Versorgung im Aquarium. „Die Tiere sind alle wohlauf“, sagt Lisa Reininger vom Tierpark.

Auch die hochmodernen Kassenhäuschen trifft der Kollaps. Reininger: „Deshalb mussten wir den ganzen Tierpark schließen.“ Auch die Verwaltung sitzt im Dunkeln. Von einem externen Büro aus informieren die Mitarbeiter die Besucher auf der Internet-Seite. Andere Angestellte setzen sich in die Kassenhäuschen, um enttäuschte Besucher aufzuklären (unten).

Ein Siebenschläfer sorgte für den Blackout im Tierpark Hellabrunn (Symbolbild).

Auch für die anderen Tiere, die nicht direkt vom Stromausfall betroffen sind, läuft der Tag nicht gewöhnlich ab: Aus Sicherheitsgründen dürfen sie nicht in die Außengehege. Denn schon seit den Morgenstunden tüftelt draußen ein Notfallteam der SWM an der Lösung des Problems. Sie graben neben dem Trafohäuschen eine tiefe Grube. Ein ganzes Kabel muss raus und erneuert werden, da es bei dem Kurzschluss beschädigt wurde. Nachmittags läuft der Strom dann wieder, am Donnerstag soll der Tierpark wieder offen sein. „Wir danken besonders den Stadtwerken für die unkomplizierte, tatkräftige und schnelle Hilfe“, sagt Zoodirektor Rasem Baban.

Der kleine Siebenschläfer hat den Kurzschluss bei einer Stromstärke von 10.000 Volt übrigens leider nicht überlebt. Reininger vom Tierpark: „Wir haben ihn beerdigt.“

Stromausfall im Tierpark Hellabrunn - Bilder

Wir müssen wieder heim

Cindy (34) und Locke (2) Lentino, Hausfrau aus München: "Im Juni sind wir aus Washington hergezogen. Seither kommen wir mit unserem Jahrespass alle zwei Wochen hier in den Tierpark. Wir wollten unseren Freund, den Tiger besuchen. Jetzt müssen wir wieder heimfahren. Nächstes Mal schaue ich auf die Homepage, das habe ich leider nicht gemacht.

Als Ersatz an die Isar

Janette (41), Angestellte aus München, mit Sohn Jakob (22 Monate): "Wir sind schon öfters im Tierpark gewesen – und Jakob wollte sich gern wieder die Bären ansehen. Schade! Wir gehen jetzt an die Isar, schauen uns die Enten und Schwäne an und essen was Gutes. Das ist unser spontaner Ersatzplan."

Ausweichprogramm

Christiane ­Huber (31), Apothekerin aus München, und ihre ­Tochter Magdalena (1): Schade! Auf die Affen und auf die Elefanten haben wir uns ganz besonders gefreut. Auch in den ­Streichelzoo wollten wir gern gehen. Jetzt müssen wir uns überlegen, was wir mit dem Tag noch ­anstellen. Proviant ist in unserem Rucksack genug dabei.

nba/sdm

Nina Bautz

E-Mail:nina.bautz@tz.de

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Kommentare

Nutumalnichso
(0)(0)

O_o! Nich am Kurzschluss knabbern, das tut doch weh!

OhMei
(0)(0)

Lichterkette.