So handelt die Stadt

Vogelgrippe: Tierpark sperrt Flamingos weg

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Die Flamingos in Hellabrunn müssen rein – wegen eines Vogelgrippe-Falls am Hinterbrühler See (re.) Fotos: Götzfried (3), Schlaf

München - In München hat es den ersten Vogelgrippe-Fall gegeben. In Thalkirchen wurde der Erreger H5N8 bei einer Graugans festgestellt. So reagiert die Stadt auf den Fall.

Am Hunterbrühler See wurde eine tote Graugans gefunden: Sie hatte den Erreger H5N8.

Jetzt ist sie auch hier: Die Vogelgrippe hat München erreicht! Bei einer toten Graugans, die vergangenen Donnerstag am Hinterbrühler See in Thalkirchen aufgefunden wurde, ist der Erreger H5N8 festgestellt worden. Das teilte die Stadt am Mittwoch mit. Der Tierpark Hellabrunn hat bereits Vorsichtsmaßnahmen getroffen. Eine Woche hat es gedauert, bis feststand, dass die Gans betroffen ist. „Wir haben einen Schnelltest im Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Oberschleißheim machen lassen. Als der positiv war, kam die Gans zur Sicherheit nach Greifswald zum Friedrich-Löffler-Institut“, berichtet Johannes Mayer vom Kreisverwaltungsreferat (KVR). Bislang sei kein weiterer Fall in München bekannt, sagt Mayer der tz.

Die Konsequenz: „Hunde und Katzen sollen im Uferbereich aller Gewässer in der Stadt nicht frei herumlaufen“, so Mayer. Also auch nicht an der Isar! Haustiere und Menschen können sich zwar nicht infizieren, sie können die Viren aber übertragen. Deshalb betont auch die Bayerische Schlösser- und Seenverwaltung, dass etwa am Nymphenburger Schloss ohnehin eine generelle Leinenpflicht besteht.

Was passiert mit Münchens Vögeln?

Und was passiert jetzt mit Münchens Vögeln? „Da es sich bei den Vögeln in unseren Parks um Wildtiere handelt und diese folglich niemandem gehören, können sie auch nicht vorsorglich eingefangen werden“, erklärt Cordula Mauß von der Schlösser- und Seenverwaltung. Auch Thomas Köster, Parkchef im Englischen Garten, sagt: „Wir können nur warten.“ Derzeit würden sich vermehrt Parkbesucher wegen toter Vögel melden. „Aber bislang waren das zum Glück nur Krähen.“ Wenn es wirklich einen Vogelgrippefund geben sollte, müsse man auf Anweisungen warten.

Bereits aktiv geworden ist der Tierpark Hellabrunn, der nicht weit vom Hinterbrühler See liegt. Die Pfleger haben die letzten Vögel in Sicherheit gebracht. Seit der Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel, die der Freistaat und die Stadt vor zwei Wochen aufgrund der Fälle am Starnberger See und Ammersee erlassen haben, verweilen bereits Hühner, Gänse und die Vögel aus der Großvoliere im Winterquartier. „Jetzt haben wir entschieden, als reine Vorsichtsmaßnahme auch die Pelikane und Flamingos reinzuholen“, erklärt Lisa Reiniger vom Tierpark. Für Besucher gäbe es derzeit keine Änderungen.

Das rät die Stadt

Nicht anfassen! Auch wenn der aktuelle Erreger für Menschen nicht gefährlich ist, rät die Stadt, tote Vögel liegen zu lassen und den Fund dem Städtischen Veterinäramt unter Tel. 089/233-36 313 zu melden. Singvögel können übrigens nicht von der Vogelgrippe betroffen sein. Wer diese also tot im Garten findet, muss sie nicht melden. Hunde- und Katzenbesitzer sollten darauf achten, dass ihre Tiere nicht mit Wildvögeln in Kontakt kommen. Besonders an Gewässern sollen Hunde an der Leine laufen! Seit Mitte November gilt außerdem eine Allgemeinverfügung der Stadt, wonach auch Hobbyhalter von Geflügel einer Stallpflicht nachkommen müssen – auf unbestimmte Zeit. Geflügelhalter müssen ihre Tiere bei der Stadt melden.

Neue Gassi-Route

Schade um die schönen Vögel. Wir kommen öfters zum Gassigehen hierher. Jetzt müssen wir uns wohl eine andere Route suchen, wenn unser Hund an die Leine muss. Er braucht einfach Freilauf! Aber ich habe Verständnis für die Maßnahmen, man kann die Ansteckungsgefahr ja noch gar nicht richtig absehen. Ich hoffe, der Virus breitet sich nicht aus.

Raffaele Paul-Angelo (57), Gastronom, Solln

Jogge weiter

Ich gehe fünfmal die Woche hier am See joggen. Ich fühle mich nicht unwohl, die Krankheit ist ja für Menschen unbedenklich. Klar könnten Haustiere den Erreger verbreiten, aber anstecken können sie sich wohl nicht. Und hier laufen ja auch nur wenige Hunde frei herum.

Beate Dittmar (31), Lehrerin, Obersendling

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