Hunderte tote Fische im Mühlbach

Wegen Fischsterben: Stadt will Tierpark schärfer kontrollieren

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Isarfischer holten bis zu 1000 tote Fische aus dem Auer Mühlbach.

München - Die Stadt München zieht Konsequenzen aus dem Fischsterben im Auer Mühlbach: In Zukunft soll der Tierpark Hellabrunn schärfer kontrolliert werden.

Nach dem massiven Fischsterben im Auer Mühlbach kündigt die Stadt Konsequenzen an! Das geht aus einer Vorlage für den Umweltausschuss hervor. Zwar will der Tierpark ohnehin eine moderne Technikzentrale bauen. Das Rathaus schaut aber künftig genauer hin: Bevor Wasser in den Auer Mühlbach geleitet wird, soll es abermals kontrolliert werden!

In dem Bach hatten die Isarfischer am 4. August nahe der Kraemer’schen Kunstmühle bis zu 1000 tote Tiere gefunden. Zunächst vermutete die Polizei, eine am Gewässer gefundene blaue Substanz könnte ursächlich sein. Doch dabei handelte es sich um Farbpulver.

Ebenfalls am 4. August hatte der Tierpark die im südlichen Teil des Zoos gelegene Robben-Anlage routinemäßig mit einem chemischen Reinigungsmittel gesäubert. Das Areal liegt nahe des Auer Mühlbachs. Die Reinigung wird durch eine Hebe- und Pumpanlage gesteuert: der obere saubere Teil des Wassers fließt danach bis zu zwei Drittel in den Auer Mühlbach, das Schmutzwasser in die Kanalisation. Für die Reinigung wurde verdünnte Chlorbleichlauge verwendet. Nach Einschätzung von Fachleuten weisen die Fische Kiemen-Verätzungen auf, die Laugen wie etwa Chlorbleiche auslösen.

Der Tierpark bestreitet, am Fischsterben schuld zu sein. Der Zoo hatte nach dem Auffinden der toten Tiere die Anlage und den Reinigungsprozess intern sowie durch die Behörden geprüft. Ein Defekt wurde nicht festgestellt. Die Polizei allerdings geht davon aus, dass ein technischer Defekt der Grund sein könnte, warum die Bleiche im Bach landete. Der Tierpark verneint auch dies.

Für das Einleiten des sauberen Wassers in den Mühlbach hat der Park eine Genehmigung. Die Hebeanlage ist nun außer Betrieb. Der Zoo will bereits seit Mai 2015 eine neue unterirdische Technikzentrale bauen. Filter reinigen dann das Wasser in einem geschlossenen Kreislauf – in fast reinem Zustand läuft es so in den Mühlbach. Und ferner sieht die Stadt weitere Kontrollen vor: Bevor Wasser in den Bach fließt, soll es noch mal geprüft werden. Damit künftig kein Fisch mehr sterben muss.

Sascha Karowski

Sascha Karowski

E-Mail:sascha.karowski@tz.de

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