Ein Ausflug in die heile Welt

Tierpark Hellabrunn lädt 1000 Bedürftige ein

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München - Der Tierpark Hellabrunn hat am Samstag die Tore für über 1000 hilfsbedürftige Menschen geöffnet: asylsuchende Familien, minderjährige Flüchtlinge, aber auch Münchner Familien und Senioren.

Ein Tag im Tierpark macht nicht nur unsere Kleinsten glücklich … Ponyreiten, Alpacas streicheln und Ziegen füttern – das darf bei einem Zoobesuch nicht fehlen! Was für viele wie selbstverständlich zum Wochenendprogramm zählt, können sich ärmere Menschen einfach nicht leisten. Deshalb hat Hellabrunn am Samstag die Tore für über 1000 hilfsbedürftige Menschen geöffnet: asylsuchende Familien, minderjährige Flüchtlinge, aber auch Münchner Familien und Senioren – alle durften sich über einen ausgelassenen Tag im Reich der Tiere freuen. „Ohne unsere vielen ehrenamtlichen Begleiter wäre das Projekt heute nicht möglich gewesen“, sagte Tierparkdirektor Rasem Baban.

Zum ersten Mal im Zoo

Bavo Boubacar (20) aus Senegal war am Samstag zum ersten Mal in seinem Leben im Zoo. Wie gut, dass ihn die Alpaca-Dame Litti (10) begleitet hat – sie kennt sich hier im Tierpark schon bestens aus. Bavo kam vor eineinhalb Jahren nach Deutschland. „Ich musste ohne meine Familie kommen und konnte gar kein Deutsch“, erzählt er. Seit über einem Jahr ist Bavo aber nun Teil der Organisation Helferkreis für Flüchtlinge in Zorneding. Über die Integrationsgruppe hat er auch einen Platz in der Berufsschule bekommen.

Sie sind selbst ehrenamtlich tätig

Leuchtende Augen und ausgelassenes Kinderlachen – die Freude ist groß bei den Kleinen und auch bei den Mamas. Die bunte Gruppe sieht sich heute nicht zum ersten Mal. Der Grund: Die Mamas kennen sich bereits aus dem Mütterladen Giesing, einer gemeinnützigen Institution für Eltern und ihre Kinder. Dort packen die sieben Frauen vier mal die Woche als ehrenamtliche Helferinnen mit an. Das Geld ist bei den Müttern meist eher knapp. „Viele könnten sich diesen Ausflug mit den Kindern sonst nicht so einfach leisten“, erklärt Nikola Hubert (3.v.l. mit Sohn Raphael).

„Das könnten wir uns nicht leisten“

Zusammen mit ihrer siebenköpfigen Familie begaben sich Nomi Ghusoon (36, rechts) und Lina Alshobi (32) aus dem Irak in die nach den verschiedenen Kontinenten gestaltete Welt der Tiere. Vor über zwei Jahren zogen sie nach Deutschland. Der Grund: Die Familie wurde vom IS verfolgt. Heute besuchen die Iraker Sprach- und Integrationskurse und werden bei der Wohnungssuche vom „Amt für Wohnung und Migration“ unterstützt. „Zurzeit suchen wir beide nach einem Ausbildungsplatz und verdienen leider noch kein Geld. Den Besuch heute hätten wir uns sonst nicht leisten können!“

Die Elefanten sind ihre Lieblingstiere

Ein Spaziergang durch die aufregende Welt der Tiere? Den lassen sich die Senioren des Alten- und Service-Zentrum Maxvorstadt nicht entgehen. „So kommen wir mal wieder raus in die Natur“, sagt Borgias (2.v.r.) glücklich. Und Heidi (ganz links) strahlt: „Ich kann es kaum erwarten, meine Lieblingstiere zu sehen: die Elefanten!“ Was den fünf Senioren wichtig ist: Ein Danke an die vielen Spender und ehrenamtlichen Helfer, die den tollen Ausflug ermöglicht haben.

Giuliana Barrios

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