Tragischer Tod auf den Gleisen

Todesfalle Tram: Susa (30) schon das dritte Opfer in diesem Jahr

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Susa L. wurde am Mittwochabend in der Dachauer Straße von einer Tram überrollt und getötet.

München - Der tragische Unfall, bei dem Susa L. am Mittwoch ums Leben kam, ist der dritte tödliche Zwischenfall mit einer Tram in diesem Jahr. 

Ihr Lächeln werden Freunde und Angehörige von Susa L. (†30) niemals vergessen. Die Erzieherin wurde am Mittwochabend grausam aus dem Leben gerissen, als sie versuchte, die stark befahrene Dachauer Straße zu überqueren. Eine Tram erfasste sie und überrollte sie. Susa L. hatte keine Chance. Die Münchnerin starb noch am Unfallort.

„Es ist so schlimm, dass ihr das passieren musste“, sagt Brigitte Wagner (73). Seit vier Jahren wohnte sie zusammen mit ihrem Mann Josef (82) Tür an Tür mit Susa L. Dass ihre geliebte Nachbarin nie mehr zurückkehren wird, ist für das Rentner-Ehepaar auch einen Tag nach der Tragödie noch immer unfassbar.

Es war gegen 18.25 Uhr, die Dämmerung setzte ein. Auf der Dachauer Straße herrschte reger Berufsverkehr. Susa L. hatte am rechten Fahrbahnrand Richtung Innenstadt – kurz vor dem Stiglmaierplatz – ihr Auto geparkt. Sie trug Trainingsklamotten und hatte es offenbar eilig. Denn anstatt die sicheren Ampelübergänge an der Sandstraße oder am Löwenbräukeller zu nutzen, schlängelte sie sich durch die stehenden Fahrzeuge. Vor einem Laster wollte sie laut Angaben der Polizei über die Tramgleise laufen, um möglichst schnell auf die andere Straßenseite zu wechseln. Dann nahm das Schicksal seinen Lauf.

Die 45-jährige Trambahnfahrerin, die Richtung Innenstadt unterwegs war, konnte nicht mehr reagieren. Susa L., die den Zug nicht bemerkt hatte, trat direkt vor ihr auf die Schienen. Die 30-Jährige prallte mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe der Tram und wurde danach unter den Zug gerissen. Rettungskräfte konnten kurz darauf nur noch den Tod der Erzieherin feststellen.

Trauernde Nachbarn: Brigitte und Josef Wagner.

Was bleibt, ist Fassungslosigkeit und unendliche Trauer bei den Hinterbliebenen. Ihre Susa sprühte vor Lebensfreude, bereiste die Welt und liebte die Arbeit mit Kindern. „Gerade mit den jungen Leuten kommt man heutzutage kaum mehr in Kontakt. Aber bei Susa war das anders“, sagt Brigitte Wagner. Freundlich und hilfsbereit sei die Erzieherin gewesen.Am Mittwoch fand die hübsche Münchnerin auf so grausame Weise den Tod. Ein Moment der Unachtsamkeit kostete sie das Leben. Was aber auch bleibt, ist Susas bezauberndes Lächeln.

Susa L.s Unfalltod – bereits die dritte Tragödie in kurzer Zeit, die in Zusammenhang mit Straßenbahnen steht. Lesen Sie unten zwei weitere dramatische Fälle.

Vor Trambahn gelaufen - 30-Jährige stirbt noch am Unfallort

Auch diese Trambahn-Unfälle erschütterten München in diesem Jahr

Landsberger Straße: Ihre Kopfhörer wurden Julia (†15) zum Verhängnis. Die bildhübsche Schülerin aus Allach geriet am 2. März dieses Jahres auf der Landsberger Straße unter die Tram der Linie 19. Die Polizei berichtet später: Julia trug Kopfhörer, zog sich eine Kapuze über den Kopf und schaute dazu noch auf ihr Handy, als sie die Straßenseite wechseln wollte.

Agnes-Bernauer-Straße: Auch drei Monate nach dem Unfall steht hier noch ein Blumentopf mit dem Bild des Verstorbenen, darüber ein Zettel: „Achtung, Tram kreuzt! Rückspiegel schauen!“ Hier, an der Agnes-Bernauer-Straße/Ecke Agricolastraße, hatte ein Autofahrer (77) die 19er-Tram beim Abbiegen übersehen. Die Tram hat das Auto etwa 30 Meter mitgeschleift. Der Fahrer verstarb im Krankenhaus, die Ehefrau überlebte schwerverletzt.

Johannes Heininger, Dorita Plange

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