König schlägt Alarm

Tram-Westtangente: MVG-Chef mit Brandbrief an OB

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MVG-Chef Herbert König geht zum 31. Oktober in den Ruhestand – vor der Rente will er aber zumindest wissen, dass es mit der Tram-Westtangente irgendwie weitergeht.

München - Herbert König schlägt Alarm. Der MVG-Chef plädiert dafür, die die Tram Westtangente endlich voranzutreiben. Dazu wendet er sich in einem Brandbrief an OB Dieter Reiter.

Das Tamtam um die Tram geht weiter: Der Chef der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), Herbert König (64), wendet sich in einem Brandbrief an OB Dieter Reiter (57, SPD) und den Stadtrat. König appelliert an die Mandatsträger, die Pläne für die Tram Westtangente jetzt voranzutreiben. Der scheidende MVG-Chef sieht ansonsten Nachteile – auch bei der Finanzierung!

König ist seit 24 Jahren Chef der MVG, seine Erfahrung hat Gewicht. Es ist nicht das erste Mal, dass der 64-Jährige Alarm schlägt. Bereits im Winter hatte er im Gespräch mit dem Münchner Merkur vor einem drohenden Kollaps der U-Bahn gewarnt! Die Westtangente sei unerlässlich, um den Nahverkehr in der Stadt zu entlasten.

Die geplante Tram-Westtangente

Geplant ist die Tram über neun Kilometer zwischen Roman- und Ratzingerplatz. Sie soll Neuhausen-Nymphenburg, Laim, Hadern, Sendling-Westpark und Obersendling direkt miteinander verbinden. Die Stadt wachse weiter, der ÖPNV müsse mitwachsen. Und Tempo tue Not! Denn die Tram wäre mit staatlichen Mitteln finanzierbar – allerdings wollen auch andere Kommunen an die Bundestöpfe. Je länger man warte, desto schlechter stünden die Chancen. Auf offene Ohren stößt König beim OB. Der Rathaus-Chef hatte unlängst wieder auf eine Entscheidung gedrängt – noch vor der Sommerpause.

Problem: Der Kooperationspartner CSU ist gegen die Tram. Stadtrat Michael Kuffer: „Die MVG hat einen Großteil unserer Fragen nicht beantwortet.“ Unter anderem geht es um die Finanzierung. Hauptargument der Tram-Gegner ist aber der Einfluss der Bahn auf den Straßenverkehr. „An 15 von 16 Abschnitten wird die Leistungsfähigkeit reduziert“, sagt Kuffer. „So lange das nicht geklärt ist, können wir nicht zustimmen“, sagt CSU-Vize Manuel Pretzl. König hätte mal lieber die Fragen beantwortet, anstatt Briefe zu schreiben, sagt Pretzl. „Das wäre für die Tram vermutlich besser gewesen.“

Sascha Karowski

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