Spitzentreffen im Rathaus

Ismaiks Traum einer Löwen-Arena: Das sagt der Messe-Sprecher

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Hasan Ismaik möchte einen eigenen „Löwen-Käfig“.

München - Der TSV 1860 ist beim geplanten Stadionneubau einen Schritt weiter. Investor Hasan Ismaik plant in Riem eine Arena für mindestens 50.000 Zuschauer. Die Stadt müsste dafür ein Grundstück verkaufen.

OB Reiter (SPD) hat bei einem Treffen mit Ismaik und Löwen-Präsident Peter Cassalette Verhandlungsbereitschaft signalisiert.

Traum und Realität – das ist seit mehr als einem Jahrzehnt die Gefühlswelt, in der sich die Fans des TSV 1860 München bewegen. Gefangen im Mittelmaß der zweiten Liga, in den vergangenen zwei Jahren sogar nur knapp dem Abstieg entronnen, und bis zum Jahr 2025 vertraglich gebunden an die Arena des Lokalrivalen FC Bayern – so sieht der sportliche Alltag aus. Von der Rückkehr in die Bundesliga träumen nicht nur die Fans, sondern auch Investor Ismaik. Der spricht sogar ganz unverhohlen vom Fernziel Champions League. Und obendrein will der jordanische Milliardär ein eigenes Stadion für die Löwen.

Münchens OB Dieter Reiter.

Aus diesem Grunde gab es am Donnerstag ein Gipfeltreffen von Ismaik, Löwen-Präsident Peter Cassalette und OB Dieter Reiter. Dass dem TSV 1860 der Bau einer Arena nördlich des Messegeländes vorschwebt, war bekannt. Nur: Die vorgesehene Fläche dafür war den Löwen zu klein. Ismaik möchte eine Arena mit mindestens 50.000 Zuschauern inklusive Parkplätzen. Dafür bedürfte es einer Anschlussfläche. Und es gibt Hoffnung für den Zweitligisten: Der OB erklärte am Donnerstag, er habe zugesagt, mit dem Freistaat, der wie die Stadt München Miteigentümer der Messe ist, und der Messe zu besprechen, ob gegebenenfalls ein größerer Flächenanteil zur Verfügung gestellt werden könne. Noch in diesem Jahr möchte Reiter Ismaik und Cassalette erneut zu einem Gespräch treffen.

In der Vergangenheit war häufig gerätselt worden, ob es Ismaik mit seiner Stadionidee wirklich ernst meint. Doch vor dieser Saison hat der 39-Jährige erstmals kräftig in den Kader investiert. Beobachter werten das als Indiz, dass Ismaik ernsthafte Absichten hegt, den Traditionsclub sportlich wiederzubeleben – und ihm darüber hinaus eine neue Heimat zu bieten. Andere Alternativen wie der Ausbau des Grünwalder Stadions oder ein Standort am Olympiagelände dürften mittlerweile ausscheiden.

Die Messe selbst steht dem Vorhaben auch aufgeschlossen gegenüber. Sprecher Willi Bock sagte: „Es könnte der Debatte um einen S-Bahn-Anschluss an der Messe Auftrieb geben.“ Unseren Wünschen sei das 1860-Projekt nur dienlich, so Bock. Was die Grundstücksverhandlungen betrifft, erklärte Bock, seien nun die Sechziger am Zug. Das vorgesehene Areal liegt zwischen den Autobahnausfahrten Riem und Feldkirchen-West. Möglich wäre, dass die Messe zum Beispiel für die Bauma die Stadionparkplätze mitnutzen könnte. Das städtische Planungsreferat ist bereits in Kontakt mit den Löwen. 1860 plant ein komplett überdachtes Stadion mit blauen Sitzschalen, in dem auch Konzerte veranstaltet werden können.

Ein möglicher Zeitplan für das Vorhaben steht noch nicht fest. Ismaik ist jedoch bewusst, dass die Genehmigungsphasen in Deutschland für ein derartiges Projekt langwierig sind – womöglich fünf bis sieben Jahre. Dies erklärte der potente Geschäftsmann zuletzt in einem Interview. Dennoch: Zur Identifikation eines Vereins gehöre auch ein eigenes Stadion, in dem man keine Miete bezahle. Man müsse Geduld haben, um dieses Ziel zu erreichen.

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