Mann erstach wohl seine Ehefrau († 30)

Asyl-Mord in Riem: Hier wurde die Leiche gefunden

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An einer Birke lag die Leiche von Hasnaa A. Spaziergänger fanden die tote Syrerin am Samstagnachmittag.

München - Beziehungsdrama mit tödlichem Ausgang im Münchner Osten: Am Sonntag wurde die Leiche einer Syrierin gefunden, auch einen Verdächtigen gibt es schon.

Sie wollte in München ihren Sohn (7) besuchen – und fand den grausamen Tod. Mit mehreren Messerstichen brutal getötet, in einem Waldstück im Riemer Park einfach liegen gelassen. Hasnaa A. († 30) ist verblutet. Ihr Ehemann Osman N. (36) verstrickt sich gegenüber der Polizei in Widersprüche: Der Syrer wurde vorläufig festgenommen. Es soll Haftbefehl wegen Mordes beantragt werden. Vermutlich hatte es zwischen den Eheleuten einen Streit um die gemeinsamen Kinder gegeben.

Samstagnachmittag gegen 15 Uhr: Zwei Frauen machen beim Spazierengehen mit ihrem Hund die grausige Entdeckung. Im Gebüsch finden sie eine Frauenleiche – es ist Hasnaa A., wie die Ermittlungen der Polizei ergeben. Und das, obwohl kein Ausweis bei der Leiche gefunden wurde. „Die Identität konnte durch einen Schnellabgleich der Fingerabdrücke geklärt werden“, sagt Markus Kraus, Chef der Münchner Mordkommission. Die Leiche wurde bereits obduziert: Nach ersten Einschätzungen starb Hasnaa A. bereits am Freitag.

Ein Polizist mit Diensthund vor der Asylunterkunft.

Die junge Mutter war erst Anfang April als Asylbewerberin nach Deutschland gekommen. Getrennt von ihrem Mann und dem gemeinsamen siebenjährigen Sohn. Noch zum Jahreswechsel schien das Familienglück perfekt. Doch wenige Wochen später, in einem Flüchtlingslager in der Türkei, ging das Ehepaar bereits getrennte Wege. Laut Polizei soll Osman N. seine Frau wegen Kindesmisshandlung angezeigt haben. Die Mutter soll den Siebenjährigen in der Türkei mehrmals geschlagen haben. Der Vater kam mit ihm in die Unterkunft an der Willy-Brandt-Allee – keine zwei Kilometer entfernt vom Fundort der Leiche. Hasnaa A. strandete später mit den anderen beiden Söhnen (9, 10) und der einjährigen Tochter im brandenburgischen Eisenhüttenstadt.

Der Mann stach mehr als 20 Mal auf seine Frau ein

Die Reise nach München kündigte Hasnaa A. für den Zeitraum zwischen 26. und 28. April dort auch an. Sie wollte ihren Sohn wieder sehen. Doch beim Aufeinandertreffen mit ihrem Ehemann eskalierte offenbar ein Streit. „Der Körper der Frau wies eine Vielzahl von Verletzungen durch scharfe Gewalteinwirkung auf“, berichtet Kraus. Von mehr als zwanzig Messerstichen ist die Rede. Hasnaa A. verblutete an einer Birke im Dickicht hinter einer Geothermie-Anlage. Die Tatwaffe wurde bislang noch nicht gefunden. Beamte durchsuchten die Umgebung fieberhaft – auch die Unterkunft, in der Osman N. lebte, wurde genau unter die Lupe genommen.

Gestern durchsuchten Einsatzhundertschaften der Polizei die Umgebung der Asylunterkunft in der Messestadt nach der Tatwaffe.

Schnell geriet der Familienvater ins Visier der Ermittler. Der 36-Jährige wurde noch am Samstag vorläufig festgenommen. In der Nacht erhärtete sich der Verdacht gegen den syrischen Organisten. Mordkommissions-Chef Kraus: „Bei seiner Vernehmung verstrickte er sich in Widersprüche.“ Ein Geständnis hat Osman N. laut Polizei nicht abgelegt. Er bestreitet, mit dem Tod seiner Ehefrau etwas zu tun zu haben. Für den vermeintlichen Tatzeitpunkt hat Osman N. allerdings kein Alibi. Kraus: „Er konnte die Unterkunft wohl verlassen, ohne dass er von jemandem gesehen wurde.“

Nach derzeitigem Ermittlungsstand wird die Staatsanwaltschaft heute einen Haftbefehl gegen den Syrer wegen Mordes beantragen. Der siebenjährige Sohn ist laut Polizei in der Obhut von Familienmitgliedern, die ebenfalls in der Asylbewerberunterkunft in Riem leben. Die anderen Kinder sind nach wie vor in einer Unterkunft in Eisenhüttenstadt. Auch das Jugendamt hat sich bereits eingeschaltet.

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