Anwohner beklagen sich

Drogenprobleme vor dem Truderinger Gymnasium

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Zielscheibe: Das Kunstobjekt vor dem Gymnasium wird mit leeren Flaschen beworfen.

München - Anwohner klagen über Jugendliche, die vor der Schule bis in die Morgenstunden feiern und laut Musik hören.

Alkohol und Drogen – vor dem Truderinger Gymnasium an der Feldbergstraße geht’s offenbar ziemlich zu. „Als direkte Anwohner erleben wir täglich, wie sich Jugendliche an den Bänken und im überdachten Eingangsbereich vor dem Gymnasium betrinken und Drogen konsumieren“, berichtete eine Gruppe von Truderingern auf der jüngsten Sitzung des örtlichen Bezirksausschusses. Ein Stückchen weiter, in der Hugo-Weiss-Straße, könne man auch Dealer beobachten.

Es seien keine Gymnasiasten, die sich hier oft bis 4 Uhr früh aufhalten würden und für jede Menge Krach sorgen. „Das sind eindeutig Schul- und teilweise sogar Ortsfremde“, betonte eine Anwohnerin. Die Musik aus mitgebrachten Bluetooth-Lautsprechern halle nachts durch die benachbarte Bebauung. „Ich kann nicht mehr mit offenem Fenster schlafen.“ Die leeren Flaschen würden zum Zielwerfen auf das auf dem Platz vor dem Gymnasium installierte Kunstwerk benutzt. Am nächsten Tag sei der Platz, über den Gymnasiasten wie Schüler der benachbarten Grundschule laufen, mit Glasscherben übersät. Zudem gebe es noch so viel Leergut, dass inzwischen auch Flaschensammler in der offenbar einträglichen Ecke auftauchen würden.

Die Belästigungen würden inzwischen seit über einem Jahr bestehen, berichtete eine Anliegerin. Am Anfang habe man noch versucht, freundlich auf die Jugendlichen zuzugehen. Doch mittlerweile würden Anwohner, die sich beschweren, auch bedroht. „So kann das nicht weitergehen“, finden die Bürger, „unsere Lebensqualität ist eingeschränkt.“

Bei der örtlichen Polizei kennt man das Problem bereits. In den letzten beiden Monaten sind mehrere Einsätze dokumentiert. „Es wurden auch Drogen gefunden“, informierte die Vertreterin der örtlichen Polizeiinspektion. Auch sei ein Platzverweis ausgesprochen worden.

Viel verändert hat dies offenbar nicht. Die Polizei werde zwar oft gerufen, doch „wenn der Streifenwagen auftaucht, verziehen sich die Jugendlichen Richtung Wald“, hat ein Anwohner beobachtet. Spontane Kontrollen finden in seinen Augen zu wenig und nur sehr sporadisch statt. „Das sind Minderjährige, wo agiert hier die Polizei?“ Der Bezirksausschuss verlangt nun verstärkte Polizeikontrollen. Außerdem regt man den Einsatz von Streetworkern an, sowie einen Kontakt zum „Allparteilichen Konfliktmanagement in München“ (AKIM). Für eventuelle Maßnahmen müsse man sich auch mit der Schulleitung abstimmen, so BA-Vorsitzender Otto Steinberger (CSU). „Wir müssen irgendwie alle an einen Tisch bringen.“

Carmen Ick-Dietl

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