Einbrecher verurteilt

Opfer erzählt: Die Gold-Gangster klauten mein Erbe

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Istvan N. (m.) und Gergely T. (r.) brachen in das Haus von Susanne Heim (l). ein und klauten Teile ihres Erbes – am Freitag wurden die beiden zu Haftstrafen verurteilt.

München - Vor Gericht mussten sich in dieser Woche die Gold-Gangster von München verantowrten. Drei Mal schlugen sie allein in Trudering zu - unter anderem beim Susanne Heim. 

Draußen dämmert es schon, als Susanne Heim (53) am 21. Oktober 2013 gegen 18 Uhr heim in ihr zweistöckiges Haus in Trudering kommt. Dieses bewohnt sie mit ihrem Lebensgefährten Alfred und ihrer Katze Maxi. Hinter dem Haus ist ein kleines Waldstück. Noch ahnt die Angestellte nicht, dass wenige Stunden zuvor zwei Gestalten ihre Wohnung ausgespäht hatten. Die Gold-Gangster hatten zugeschlagen ...

„Mir ist zuerst nicht aufgefallen, dass etwas anders ist“, sagt Heim. In der Küche ist etwas verstellt. Sie geht durch ihre Wohnung, alles scheint wie immer – bis auf die Balkontür: Die steht sperrangelweit offen! Beunruhigt schaut sich die Truderingerin im ersten Stock um – und erschrickt: Schubladen stehen offen, genauso wie eine Schmuckschatulle. Bei Susanne schrillen die Alarmglocken. „Ich habe sofort meinen Lebensgefährten angerufen, dann die Polizei.“ Nach und nach wird deutlich, was die Diebe mitgenommen haben. Schmuck, Bargeld und auch verschiedene Motorradklamotten – Gegenstände im Wert von knapp 7000 Euro. Die Motorradjacken hat einer der Angeklagten, Gergely T. (34), dann privat daheim in Ungarn getragen.

Die Diebe ließen Erbstücke mitgehen

Für Susanne Heim besonders schlimm: Die Diebe erbeuteten nicht nur materiell wertvolle Gegenstände wie Laptops, sondern Erbstücke von ihrer Mutter. „Ein unersetzlicher Verlust“, sagt Heim. Glück im Unglück, dass sie einige dieser Erbstücke später wiederbekommen hat. Für die Einbrecher waren sie ohne Wert, für die 53-Jährige umso wertvoller.

Zusammen mit seinem Komplizen Istvan N. (45) musste sich Gergely T. nun vor dem Münchner Strafgericht verantworten – am Freitag wurde das Urteil gefällt. Gergely bekam knapp fünf Jahre Haft, Istvan knapp sechs. Drei Mal sollen sie in München im Oktober 2013 in verschieden Häusern im Münchner Osten auf Beutezug gegangen sein. Insgesamt haben die beiden in München laut Staatsanwaltschaft Gegenstände im Wert von knapp 30.000 Euro erbeutet.

Susanne Heim hat jetzt eine Alarmanlage in ihrem Haus. „Die hätte ich mir sowieso zugelegt“, sagt sie. Durch die Lage am Wald ist ihre Wohnung nicht besonders gut für die Nachbarn einzusehen. Knapp drei Jahre nach dem Einbruch fühlt sie sich nicht unsicher in ihrem Haus. Den Tag im Herbst 2013 wird sie trotzdem nicht vergessen.

Florian Fussek

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