Jugendliche terrorisieren die Gegend

Randale in der Messestadt - Anwohner sind verunsichert

Graffiti, die sich gegen die Polizei richten, schmierten Unbekannte in Riem an die Hauswände. Der Schaden beläuft sich auf mehrere tausend Euro.

München - Rund um die Riem-Arcaden fühlen sich die Menschen von alkoholisierten Jugendlichen verunsichert. Seit einer Schlägerei vor rund drei Wochen hat die Polizei ihre Präsenz dort erhöht.

Der Platz der Menschenrechte, der Skatepark und die Riem-Arcaden in der Messestadt sind Orte, an denen sich Jugendliche gerne aufhalten. Seit einiger Zeit stellt die Münchner Polizei vermehrt fest, dass sich Kunden, Passanten und viele Geschäftsinhaber dort durch alkoholisierte Jugendliche verunsichert fühlen. Nach Angaben der Polizei seien zuletzt wiederholt Passanten belästigt worden. Zudem habe es Beschwerden wegen Ruhestörungen gegeben. Deshalb kontrolliert die Polizei jetzt nach Angaben eines Sprechers seit zwei Wochen verstärkt rund um die Riem-Arcaden. Doch auch gegenüber den Beamten seien Jugendliche bei Kontrollen mehrfach respektlos und aggressiv auftreten.

Seit einer Schlägerei vor den Riem-Arcaden vor fast drei Wochen – wir berichteten – hat die Polizei ein besonderes Auge auf die Gegend rund um die Riem-Arcaden. Eine Schlägerei war damals aus dem Ruder gelaufen,  rund 60 junge Leute aus verschiedenen Lagern prügelten sich auf dem Vorplatz. Passanten und Geschäftsleute hatten die Polizei gerufen. Die Beamten wurden angegriffen. 50 Polizisten gelang es schließlich, die Jugendlichen, die aus Afghanistan, dem Iran, Bosnien, Tunesien und Deutschland kommen, zu trennen. Gegen zwölf wird wegen Landfriedensbruch ermittelt.

Polizei-feindliche Grafittis an Häuserwand geschmiert

Fast drei Wochen später, sind polizei-feindliche Graffiti an Häuser und Mauern geschmiert worden – wohl in der Nacht auf Dienstag. „Ganz Messe hasst die Polizei“ steht da und „ACAB“. Das steht für die englischsprachige Parole „All cops are bastards“ („Alle Polizisten sind Bastarde“). Das gleiche bedeutet „1312“. Diese Zahlenkombination steht ebenfalls an einer Hauswand. An mehreren Orten vom Platz der Menschenrechte bis zur Helsinkistraße finden sich die Schmierschriften, ebenso an der westlichen Begrenzungsmauer zum Riemer Park und am Freizeitzentrum „Quax“. Die Graffiti – Schaden mehrere Tausend Euro – stehen wohl in einem Zusammenhang mit der Schlägerei, Namen von Polizisten, die im Einsatz waren, wurden auf die Flächen gesprüht.

Susan Beer (SPD), stellvertretende Bezirksausschuss-Vorsitzende des BA Trudering-Riem, habe noch nicht gehört, „dass jemand in der Messestadt jetzt in Panik geraten sei“. Natürlich würden ein Einkaufs-Tempel und die Skateanlage Jugendliche von überall her anziehen. Und es habe auch immer schon Anwohner und Passanten gegeben, die sich von den Jugendlichen, die manchmal etwas lauter würden, gestört fühlten. Beer, die selbst in der Messestadt wohnt, habe in den vergangenen Wochen jedoch keine stärkere Verunsicherung der Passanten und Kunden in der Gegend festgestellt. „Wenn es die Leute beruhigt, ist es schon okay, dass die Polizei jetzt stärker kontrolliert, dringend nötig finde ich es aber nicht.“

Unweit der Graffiti, an der Oslostraße und der Maria-Montessori-Straße, zündeten Vandalen am 23. März unterirdische Wertstoffcontainer an. Sie sind komplett zerstört. Wie berichtet, wurde zudem in der Nacht auf Karsamstag am Riemer See eine Notrufsäule abgerissen. Ob ein Zusammenhang zwischen den Fällen besteht, ist unklar. Die Polizei ermittelt in alle Richtungen.

Stefanie Wegele

Stefanie Wegele

E-Mail:stefanie.wegele@merkur.de

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